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Die gelb gefleckte Variante des Asiatischen Laubholzbockkäfers wurde in der Schweiz bisher nur in Marly/Kanton Freiburg entdeckt.

Bekämpfung des ALB in der Schweiz

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) wurde in zwei Kommunen im Kanton Freiburg in der Schweiz nachgewiesen. Nun konnte der Forstschädling hier nach mehreren Jahren Bekämpfung erfolgreich ausgerottet werden.

Der ALB ist ein aus Ostasien stammendes Insekt, das gesunde Laubbäume befällt. Er kann ihnen schwere Schäden zufügen, bis hin zum Absterben der Bäume. Aus diesem Grund wird der Käfer in der Bundesverordnung über Pflanzenschutz als besonders gefährlich eingestuft. Die Kantone in der Schweiz sind verpflichtet, dieses Insekt im Sinne der Tilgungsstrategie des Bundes zu bekämpfen.

Maßnahmen

Der schweizweit grösste Befallsherd dieser Insektenart wurde 2014 in Marly entdeckt. Der Kanton Freiburg ergriff in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marly, dem Bundesamt für Umwelt BAFU und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) strenge Maßnahmen, wie das Fällen zahlreicher Bäume und intensive Kontrollen an verbleibenden Bäumen. Diese Kontrollen wurden durch Baumkletterer und speziell dafür ausgebildete Spürhunde durchgeführt. Seit 2014 gab es keine weiteren Anzeichen für einen Befall. Damit ein Herd als getilgt gilt, müssen gemäß einer Vorgabe des Bundes während eines Zeitraumes von 4 Jahren intensive Kontrollen durchgeführt werden, ohne dass Anzeichen für eine neuerliche Präsenz des Käfers auftreten. Neben der gelben Variante kamen in Marly auch weiß gefleckte ALB vor.

Ein weiterer Befallsherd von geringerem Ausmaß wurde 2011 in Brünisried im Kanton Freiburg entdeckt und Ende 2017 als getilgt eingestuft. Wie sich 2014 herausstellte, stand dieser Befallsherd in Zusammenhang mit jenem in Marly, da befallenes Holz aus Marly nach Brünisried transportiert worden war, noch ehe die Befälle bekannt waren.

Die Kontrollen werden nun an beiden Orten abgeschlossen, der Befallsherd in Marly gilt seit Ende 2018 offiziell als getilgt. Die Präventionsmaßnahmen (Verbot von Holztransporten, obligatorisches Häckseln, Anpflanzungseinschränkungen usw.), die durch eine kantonale Verordnung eingeführt worden waren, sind aufgehoben. Im Kanton Freiburg ist aktuell kein Befallsgebiet des ALB bekannt.

Kostenintensive Bekämpfung

Die externen Kosten zulasten des Kantons Freiburg betragen insgesamt rund 2,7 Mio. Franken. Dank der Ergänzung des eidgenössischen Waldgesetzes und weil sich Schutzwald im Bekämpfungsgebiet befand, konnte sich der Bund an den Kosten beteiligen. Die Nettokosten nach Abzug der Bundessubventionen liegen bei rund 1,7 Mio. Franken.

WSL Schweiz
Auf dieser in Marly, Kanton Freiburg,befallenen Rosskastanie befanden sich mehr als 100 Ausfluglöcher des ALB. Im linken, stark besonnten Teil der Rosskastanienkrone nagten die Asiatischen Laubholzbockkäfer besonders viele Blattstiele an, was zum Absterben der Blätter führte. Nach der Beseitigung der vom Asiatischen Laubholzbockkäfer befallenen Bäume wurden Container mit jungen Bäumen aufgestellt, die eventuell verbliebene Käfer anlocken sollten. Die Bäume wurden regelmässig kontrolliert.

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