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Artenschutz und Lebensräume in Hessen

Das Kabinett der hessischen Landesregierung hat die Hessische Biodiversitätsstrategie verabschiedet. „Der Naturschutz hat für Hessen und über die Grenzen Hessens hinaus eine besondere Bedeutung. Die landesspezifischen Aktivitäten und Erfordernisse berücksichtigen alle relevanten Ziele der EU zum Erhalt der Artenvielfalt“, so Umweltministerin Lucia Puttrich zu dem Beschluss. Mit der Biodiversitätsstrategie verknüpft die Landesregierung verschiedene Zielsetzungen: die Förderung der Schutzgebiete und der Schutz von Arten, die besondere Bedeutung in Hessen haben, die Förderung von Lebensräumen sowie die Zurückdrängung invasiver Arten.

Die Strategie benennt mehr als 50 Einzelmaßnahmen, zu denen Artenhilfskonzepte ebenso gehören wie die Festlegung von Kernflächen auf der Basis der Naturschutzleitlinie für den Staatswald und die Benennung von Habitatbäumen, die sich unbeeinflusst entwickeln können, der Einsatz von Agrarumweltmaßnahmen und die systematische Überwachung ihrer Wirksamkeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt typischer Gewässerlebensräume sowie der Verbesserung einzelner Fischbestände.

„Der Schutz von Arten und Lebensräumen und der Erhalt biologischer Vielfalt wird aber nur gelingen, wenn wir von der Gesellschaft bei dieser gemeinsamen Aufgabe unterstützt werden. Die Werbung hierfür ist ein wesentlicher Teil unserer Strategie“, so Puttrich. Die Biodiversitätsstrategie sei ein weiterer Baustein der vielfältigen Anstrengungen des Landes für den Erhalt der natürlichen Vielfalt. Seit 1991 ist der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zusätzlich als Staatszielbestimmung in der Hessischen Verfassung verankert.

„Hessen kann auch mit anschaulichen Erfolgen belegen, wie Programme erfolgreich zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt beitragen können. Auf dieser Basis haben wir unsere Aktivitäten in die Zukunft gerichtet“, betonte Puttrich. Als Beispiele nannte Puttrich den Laubfrosch der sich dank der Kooperation zwischen dem Naturschutzbund Hessen, dessen Jugendorganisation, dem Land Hessen und der Stiftung Hessischer Naturschutz neue Lebensräume erschlossen habe. Außerdem sei der seit über 200 Jahren ausgestorbene Biber erfolgreich im Spessart wieder angesiedelt und die seit ca. 1700 in Hessen weitgehend ausgestorbene Sumpfschildkröte sei von einem Zusammenschluss amtlicher und privater Naturschützer erfolgreich wieder angesiedelt worden. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen sei es gelungen, dass Hessen heute mit ca. 70 Brutpaaren, davon 57 mit sicherem Nachweis, den relativ größten Bestand an Schwarzstörchen in Deutschland hat, so Puttrich. „Diese guten Erfolge seien Ansporn und Verantwortung zugleich für den Schutz biologischer Vielfalt für die Zukunft“, so Puttrich abschließend.
 
 
HMUELV

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