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Die Moosvegetation auf Fichtentotholz nach Windwurf

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 173-180 (2009)
Autor(en): Wozniewski R, Diekmann M

Kurzfassung: In der vorliegenden Arbeit wird die Moosvegetation auf Totholz-Stämmen der Fichte cea abies) entlang eines Zersetzungsgradienten beschrieben. Die Untersuchungen wurden in drei Windwurfflächen der Orkane „Vivian“ und „Wiebke“ aus dem Jahr 1990 im Arnsberger Wald (Sauerland) im Sommer und herbst 2008 durchgeführt. Die beprobten Flächen befinden sich in der kollinen bis submontanen Höhenstufe zwischen 280 m und 375 m ü. NN. In insgesamt 523 Plots von 10 cm x 50 cm Größe wurden an Stämmen sämtliche Moosarten sowie Daten zu für die Moosvegetation relevanten Umweltparametern (Stammumfang, Zersetzungsgrad und Feuchte des Holzes, Licht) aufgenommen. Univariate und multivariate statistische Verfahren dienten der Analyse der Verbreitung vor allem der häufigsten vorkommenden Laub- und Lebermoose. Insgesamt wurden 32 Moostaxa vorgefunden, darunter drei in Nordrhein-Westfalen gefährdete Arten. Die Zahl der Arten in den Probeflächen variierte zwischen 0 und 10 und betrug im Mittel 4,4. Die größte Frequenz und höchsten durchschnittlichen Deckungsgrade erreichten Hypnum cupressiforme, Polytrichum formosum und Campylopus flexuosus. Die Zahl der Humusarten und die Gesamtartenzahl waren positiv mit dem Stammumfang und negativ mit der relativen Lichtintensität korreliert. Die Zahl der Totholzarten zeigte ebenfalls einen positiven Zusammenhang mit dem Stammumfang, korrelierte jedoch positiv mit Licht. Die Deckung der Totholzarten, insbesondere die von Aulacomnium androgynum und Dicranum montanum, war positiv mit einer hohen Einstrahlung korreliert, während sämtliche analysierten Humusarten einen negativen Zusammenhang mit der relativen Lichtstärke aufwiesen. Der Stammumfang hatte einen positiven einfluss auf die Deckung der Totholzarten. Die Unterschiede im ökologischen Verhalten der Arten in bezug auf die Variablen Stammdicke, Zersetzungsgrad, holzfeuchte und Licht ermöglichen eine Abschätzung des Verlaufs der Sukzession der Arten und Artengemeinschaft. So dominieren zu beginn der Entwicklung auf den Fichtenstämmen vor allem das typische Waldbodenmoos P. formosum und H. cupressiforme, während Totholz-Arten wie A. androgynum und Tetraphis pellucida zu den späteren Besiedlern gehören.


Bryophyte vegetation on decaying spruce logs in wind throws

Abstract: We studied the bryophyte vegetation on decaying logs of Norway spruce (Picea abies) in three clearings created by the storms „Vivian“ and „Wiebke“ from year 1990 in the „Arnsberger Wald“ area, Nordrhein-Westfalen, Germany. In 2008, 523 plots of 10 cm x 50 cm size were sampled for a complete list of bryophyte species. In addition, environmental variables were recorded, notably log diameter, degree of log decay, degree of wood moisture, and light. the data were analyzed by means of univariate und multivariate statistical methods. In total, 32 bryophyte taxa were encountered, these included three species endangered in this part of Germany. the number of species per plot ranged from 0 to 10, on average being 4.4. The most frequent and in terms of their mean cover most abundant species were Hypnum cupressiforme, Polytrichum formosum und Campylopus flexuosus. the number of bryophytes typically inhabiting soils and the total number of species were positively related to log diameter and negatively related to the relative light intensity in the plots, whereas the number of log specialists increased both with increasing log diameter and radiation. While the cover of epixylic species, especially that of Aulacomnium androgynum and Dicranum montanum, was positively related to both log diameter and light intensity, all relatively common soil specialists showed a negative relation to light. The differences in the ecological responses of species in relation to the variables light, log diameter, degree of log decay and wood moisture enabled us to infer about the succession of bryophyte species and their communities. In general the decaying spruce logs are dominated in the beginning by P. formosum and H. cupressiforme, whereas specialists for decaying logs such as A. androgynum and Tetraphis pellucida tend to establish at later phases of succession.

© DLV München

 

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