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Alte Buchen nach China – Ausverkauf des deutschen Waldes

„Alte Buchen nach China – Ausverkauf des deutschen Waldes“

Unter diesem Titel brachte die ARD Sendung „plusminus“ am 18.12.2013 einen Beitrag, in dem der Asienexport von deutschem Buchen-Rundholz von verschiedenen Seiten her angeprangert wurde. Zunächst werden scheinbar beeindruckende Größenordnungen genannt: 14 000 Container mit Buchenrundholz, also rund 320 000 Fm wurden im Jahr 2012 exportiert. Das entspricht den Filmemachern zufolge einer Kahlhiebsfläche von gut 2 400 Fußballfeldern oder 1 700 ha.Abgesehen davon, dass gerade der letztere Vergleich eine rein rechnerische Größe darstellt, weil kaum jemand die Buche im Kahlschlag bewirtschaftet, entpuppen sich auch die anderen Zahlen schnell als perspektivische Verzerrung: Bei einem Gesamteinschlag von rund 11,8 Mio. Fm in der Baumartengruppe Buche liegt der Anteil des Stammholzexports bei 2,5 %.
Vor allem Hessen-Forst als der größte Buchenwaldbesitzer Deutschlands wird scharf angegriffen, weil man über die hauseigene internationale Vermarktungsschiene „Lion Logs“ angeblich die „Filetstücke“ ausverkaufe. Am 2.1.2014 veröffentlichte der Landesbetrieb daraufhin auf der eigenen Internetseite eine Meldung, wonach der hessische Buchenholzexport sogar nur 0,1% der gesamten Holzerntemenge (aller Baumarten) im Landeswald beträgt.

Steffen Rathke, selbst Betreiber eines Buchen-Sägewerks (Holzwerk Keck, Ehningen) und Vorsitzender des DeSH (Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie) kritisiert bei der ARD die fehlende Wertschöpfung beim Rundholzexport als volkswirtschaftlichen Unsinn. Die steigenden Rundholzpreise für Brennholz und Exporthölzer macht er für die schwierige wirtschaftliche Situation der heimischen Laubholzsäger verantwortlich. Unerwähnt bleibt in der Sendung jedoch, dass die Preise für Buchenstammholz seit Jahren rückläufig sind und zeitweise Mengen mangels Nachfrage im Inland überhaupt nicht absetzbar waren. Insofern ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Exportquote weiter angestiegen ist. Dem Verband zufolge liegt diese – bezogen nur auf Buchenstammholz und alle Exportmärkte – mittlerweile bei rund 32%. Nur durch neue Produkte aus Buche – Thermoholz für den Außenbereich und Furnierschichthölzer für den konstruktiven Einsatz – sieht man beim DeSH die Möglichkeit, die Vermarktungsmöglichkeiten im Inland weiter zu verbessern. Insofern läuft auch der Absatz von geschnittener Buche derzeit zu großen Teilen ins Ausland.

Zu guter Letzt ergreift bei „plusminus“ auch noch der Greenpeace-Aktivist Martin Kaiser das Wort, dem die Ausfuhr von alten Buchen ebenfalls ein Dorn im Auge ist. Nur gönnt er diese auch den heimischen Sägern nicht, sondern will sie in noch größerem Umfang unter Schutz stellen. Mit der Klage auf Herausgabe von detaillierten Planungsdaten zur waldbaulichen Behandlung der alten Buchenwälder ist der Naturschutzverband aber zumindest bei den Bayerischen Staatsforsten und dem Verwaltungsgericht Regensburg einstweilen abgeblitzt.

ARD/Red.

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