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Die Arbeit der Forstwirte in der Holzernte ist körperlich anstrengend und muss zwingend in Arbeitsschutzbekleidung ausgeführt werden – im Hochsommer kein Zuckerschlecken.

Arbeiten im Freien bei brütender Hitze

Ob Straßenbauer, Müllmänner oder Imbissmitarbeiter, sie alle haben bei mehr als 35 °C einen harten Job. Forstwirten, Gartenbauern und Baumpflegern geht es da nicht besser. Im Wald kommt im Augenblick noch erschwerend die ganzjährige Arbeit im Holzeinschlag hinzu. Was kann man tun, um die Hitze erträglicher zu machen?

Kaum ein Beruf ist so gefährlich wie die Waldarbeit. Aber nicht nur das: Die ganzjährige Holzernte setzt Forstwirten allen witterungsbedingten Extremtemperaturen aus. Der diesjährige Hitzesommer lässt deshalb die rund 300 in der Holzernte tätigen Forstwirte der Thüringer Landesforstanstalt in den nächsten Wochen während der Waldarbeit kräftig stöhnen. Denn wer Bäume fällt, der muss eine vollständige Arbeitsschutzbekleidung tragen. Da kommen schnell sieben Kilogramm Gewicht allein für die Schutzausrüstung zusammen. Zusätzlich verursacht der Werkzeuggurt mit Kluppe, Maßband und Kettenschärfwerkzeug weitere Pfunde. Hinzu kommen rund fünf Kilogramm Motorsägengewicht sowie weitere fünf Kilogramm für den Benzin-Öl-Kombikanister. Auch Spalthammer und Fällkeile muss der Forstwirt, zumindest bis zum Fällort, tragen – im Zweifelsfall liegt dieser am Steilhang. Doch damit nicht genug: Mit dem Einsatz der Motorsäge stehen die Forstwirte oft genug in ihrer eigenen Abgaswolke. Bei Temperaturen über 35 °C wahrlich kein Zuckerschlecken.

Was kann man tun?

„Den derzeit temperaturbedingt schwierigen Arbeitsbedingungen für die Forstwirte in der Holzernte versuchen wir durch betriebliche Maßnahmen entgegenzusteuern“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Verlagerung der Arbeitsstunden in die sehr frühen Morgenstunden etwa, die Erhöhung der Zahl hitzebedingter Kurzpausen oder die Begrenzung der körperlich anstrengenden Holzerntearbeiten auf den Vormittag stellen im Alltag leicht umsetzbare Maßnahmen dar. Zusätzlich gehen Empfehlungen an die Forstwirte, Wechselbekleidung bereitzuhalten, auf größere, kreislaufbelastende Mahlzeiten zu verzichten und stetig ausreichende Mengen Wasser dem Körper zuzuführen. Besser haben es da die Forstmaschinenführer in ihren modernen Harvestern und Forwardern – sie verrichten die Arbeit in geschützten, vollklimatisierten Fahrerkabinen.

Red./Quelle: ThüringenForst

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