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Arbeit der Jäger in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt

„Das Wild gehört zum Wald“, betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der 24. Delegiertenversammlung des Landesjagdverbandes am 2. März in Linstow. „Hege und Jagd sichern das Vorkommen heimischer gesunder Wildtierarten nachhaltig. Andererseits ist eine waldverträgliche Wilddichte Grundvoraussetzung, dass sich unsere schönen Wälder auf natürliche Weise verjüngen können und Wildschäden vermieden werden.“ Der Minister würdigte die ehrenamtliche Arbeit der über 11 000 Jägerinnen und Jäger. Im vergangenen Jahr brachten die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern 119 000 Stück Schalenwild mit insgesamt 3 043 t Wildbret sowie rund 15 000 Stück Niederwild zur Strecke.
 
Einen Schatten auf das Thema Jagd warfen die Diskussionen in Verbindung mit Drückjagden im Müritz-Nationalpark im vergangenen Jahr. Gemäß § 20 Absatz 1 des Landesjagdgesetzes soll die Jagdausübung in Nationalparken und in Naturschutzgebieten dem jeweiligen Schutzzweck dienen. Und das ist die Wildbestandsregulierung. Der Minister unterstrich: „Doch ebenso wichtig ist mir, die in diesem Zusammenhang sichtbar gewordenen Gräben zwischen den verschiedenen Lagern, den ökologischen und traditionellen Jägern, Naturschützern und Förstern nicht weiter zu vertiefen, sondern gemeinsam zu schließen. Erste Gespräche dazu stimmen mich optimistisch.“
 
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Stöberjagd und auch die Nachsuche sind gut ausgebildeten Jagdhunde. „Um die Voraussetzung für die Hundeausbildung in M-V zu verbessern, hatte ich mich gemeinsam mit dem Jagdbeirat dazu entschlossen, dem Jagdhundewesen eine weitaus größere Unterstützung aus Jagdabgabemitteln zukommen zu lassen. Noch im Mai werden wir ein Schwarzwildgatter eröffnen, in dem die Jagdhunde für die kontrollierte Arbeit an Schwarzwild ausgebildet werden.“
 
Ein aktuelles Thema ist auch die Verwendung bleifreier Munition. „Nach ersten Untersuchungen ist die Herstellung tierschutzgerechter und jagdpraxiskonform anwendbarer Geschosse ohne Verwendung von Blei nachweislich möglich“, so der Minister. „Hier ist eine Entwicklung im Gange, die man nicht ignorieren darf. Für uns spielen natürlich auch die Gesundheitsaspekte bei der Verwendung des Wildbrets als hochwertiges Lebensmittel eine große Rolle.“ Zum Einsatz bleifreier Munition hat für Dr. Backhaus eine bundesweit einheitliche Lösung Priorität.
 
Ein weiteres, in der Jägerschaft diskutiertes Problem ist die Novellierung des Bundesjagdgesetzes, nach dem Grundeigentümer aus ethischen Gründen auf Antrag aus der Jagdgenossenschaft ausscheiden können.

LU-MV

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