Holzindustrie, -verbände

Altmaier will Einschlagsbeschränkung aufheben

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Holz- und Bauwirtschaft ringen dem Wirtschaftsminister die Zusage ab, die Einschlagsbeschränkung aufgrund des Forstschädenausgleichsgesetzes schnellstmöglich zu beenden. Das zuständige Landwirtschaftsministerium lehnt das Ansinnen ab.

Angesichts anhaltender Lieferengpässe und in Teilen unkalkulierbarer Preissituationen bei vielen Bauprodukten hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Mitte Mai Holzwirtschaft und Bauwirtschaft zu einem Runden Tisch geladen, um Handlungsoptionen zu diskutieren.

Einschlagsbegrenzung „schnellstmöglich“ aufheben

Daraufhin hat das Wirtschaftsministerium den Verbänden einen Maßnahmenkatalog zugestellt. Oberster Punkt darauf: „Die Einschlagsbegrenzung für Fichtenholz wird schnellstmöglich aufgehoben bzw. ausgesetzt. Die Steuererleichterungen für Waldbesitzer nach § 34b Abs. 5 EstG werden im Wege eines Erlasses fortgeführt.“

Unklar bleibt dabei, was Altmaier mit „schnellstmöglich“ meint. Die Einschlagsbeschränkungen laufen ohnehin nur bis zum 30. September. Schwer vorstellbar, dass die Mühlen der Bürokratie vor diesem Termin etwas zustande bringen, nach man zwei Jahre zu lange brauchte, um die Verordnung über die Einschlagsbeschränkung in Kraft zu setzen. Insofern sieht das Ganze sehr stark nach Klientelbefriedigung vor der Bundestagswahl im September aus.

Klöckner lehnt ab

Wie mehrere Zeitungen berichten, hat das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium eine vorzeitige Aufhebung der Einschlagsbegrenzung abgelehnt. Für die Preissteigerungen beim Holz seien Kapazitätsengpässe in den Sägewerken verantwortlich, nicht eine zu geringe Holzmenge aus dem Wald, wird eine Sprecherin zitiert. Zudem müsste der Bundesrat einer Änderung zustimmen – und der tage das nächste Mal erst wieder am 17. September. Die Begrenzung laufe aber ohnehin Ende September aus. Auch vor diesem Hintergrund erscheint eine vorzeitige Aufhebung wenig sinnvoll.

Quelle: DHWR/diverse