ForstBranche

Altholzaufbereiter gegen Holzverbrennung in Kohlekraftwerken

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der BAV – Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V. wendet sich gegen eine mögliche Verbrennung von Altholz in Kohlekraftwerken. Das Altholzaufkommen in Deutschland werde bereits komplett verwertet, sagt der Verband und fordert den expliziten Ausschluss einer Förderung von Altholz in umgerüsteten Kohlekraftwerken.

Sollte der Gesetzgeber im Anschluss an die EEG-Förderung erneut Altholz im Rahmen der Verbrennung von Biomasse in umgerüsteten Kohlekraftwerken fördern, so würden die bisherigen milliardenschweren Förderinvestitionen zunichtegemacht, erklärt der Verband. Kleine nicht mehr geförderte Altholzkraftwerke müssten gegen geförderte umgerüstete Kohlekraftwerke antreten. Eine solche wettbewerbliche Verzerrung werde die bestehenden Altholzkraftwerke vom Markt drängen.

Dezentrale Energiebereitstellung

Durch die Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) seien seit 2000 in Deutschland über 70 Altholzkraftwerke zur energetischen Altholzverwertung entstanden. Mehr als 5 Mrd. € seien in eine nachhaltige Strom- und Wärmeerzeugung investiert worden. Bewusst sei im EEG eine maximale Größe von Altholzkraftwerken auf 20 MWel festgelegt worden. Dies entspreche dem Prinzip der dezentralen Energiebereitstellung und der Nutzung regional anfallender Biomasse.

Die Altholznutzung in Deutschland nehme europaweit eine Vorreiterrolle ein. Die Deponierung von Altholz in der Bundesrepublik sei 2006 beendet worden. Altholz werde heute in Deutschland zu fast 100 % stofflich und energetisch verwertet, dreiviertel der Altholzmenge energetisch.

EEG-Förderung läuft aus

Durch die EEG-Förderung sei ein tragfähiger und funktionierender Verwertungsweg für großteils nicht stofflich nutzbare Altholzqualitäten geschaffen worden, der sich bewährt habe. Die EEG-Anschubfinanzierung sei erfolgreich gewesen. Mit Ende der EEG-Förderung treten die Anlagen ab dem Jahr 2026 allerdings in eine förderfreie Post-EEG-Ära ein und müssen sich dann am Markt durch Strom-, Wärme- und Abfallholzerlöse finanzieren.

Umgerüstete Kohlekraftwerke haben aufgrund ihrer Größe einen immensen Brennstoffbedarf. Ein 800 MW Kohlekraftwerk (bei 3500 Vollbenutzungsstunden) hätte einen Brennstoffbedarf von rund einem Drittel (2,8 Mio. t) des jährlichen Gesamtaltholzaufkommens in Deutschland.

BAV fordert Ausschluss

Der BAV warnt: Die bisher politisch gewollte dezentral organisierte Verwertung würde auf wenige große Standorte reduziert, mit erheblichen CO2-Emissionen durch den zusätzlichen LKW-Verkehr über deutlich größere Entfernungen. Am Beispiel der 800 MW Anlage entstünde ein Bedarf von 112.000 Lkw-Fahrten pro Jahr (bei 25 t je Lkw), da Altholz aus logistischen Gründen vorwiegend auf dem Straßenweg transportiert werde.

Deshalb fordert der BAV den expliziten Ausschluss einer Förderung von Altholz in umgerüsteten Kohlekraftwerken. Sie führe zu keiner weiteren CO2-Einsparung, da Altholz bereits vollumfänglich genutzt werde. Allerdings käme es zu einer für den Steuerzahler teuren Marktveränderung, ohne jeden Nutzen für das Klima.

8 Mio. t Altholz

Der BAV – Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V. vertritt seit 29 Jahren die politischen, wirtschaftlichen und fachlichen Interessen von 96 Unternehmen des Stoffstroms Altholz. Der Rest- und Abfallstoff Altholz zählt aufgrund seines biogenen Ursprungs zur Biomasse. Die Altholzbranche in Deutschland verwertet jährlich rund 8 Mio. t Altholz. Die Mitgliedsunternehmen repräsentieren mehr als 80 % der Altholzmenge in Deutschland.

Quelle: BAV