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Gebietsbetreuer Rudolf Leitl zeigt ein typisches Spaltenquartier in dem Fledermäuse kopfüber hängen und schlafen können.

Alter Bunker dient als neue Heimat für Fledermäuse

Die nachtaktiven Fledermäuse ziehen sich gerne in Baumhöhlen oder von Menschen gemachte Unterschlüpfe zurück. Was bietet sich da wohl besser an, als ehemalige Munitionsbunker. Die Bayerischen Staatsforsten bauen im Rahmen des Fledermaus-Projekts den verlassenen Munitionsbunker in eine neue Fledermausheimat um.

Der Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) hat im zum Staatswaldrevier Sulzbach gehörenden Beselberg zwei ehemalige Munitionsbunker der Bundeswehr in ein attraktives Fledermausquartier umgebaut. Das Fledermaus-Projekt wurde im Rahmen der besonderen Gemeinwohlleistungen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg gefördert.

Bunker ist ideales Wohnhabitat

Die beiden oben auf dem Beselberg nebeneinander gelegenen Bunker stammen noch aus Zeiten des Kalten Kriegs, werden schon seit längerem nicht mehr bestimmungsgemäß verwendet und sind daher ungenutzt. Da die Bunker ein ideales Wohnhabitat sind, haben sich seit einiger Zeit schon Fledermäuse dort einquartiert. Denn die Bunker sind aufgrund ihrer Lage im Erdreich frostfrei und eignen sich daher idealerweise als Winterquartiere für Fledermäuse.

Schutz der Fledermäuse vor Einbrechern

Die unter Denkmalschutz stehenden Bunker wurden aber immer wieder aufgebrochen und begangen. Die dadurch verursachten Störungen können gerade im Winter gefährlich für diese besonderen Säugetiere sein, da sie so ihre Energiereserven schneller aufbrauchen. Aus diesem Grund hat sich der Förster des Staatswaldreviers Sulzbach, Julian Sauter, zusammen mit Rudolf Leitl, Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach e. V., Gedanken gemacht, wie dort die Situation für die Fledermäuse verbessert werden kann. An den Deckenkanten wurden spezielle Spaltenquartiere angebracht, um den Fledermäusen sichere Verstecke für ihren Winterschlaf anzubieten. Um Störungen zukünftig auszuschließen wurde der Zugang bis auf eine schmale Öffnung mit massiven Steinen kurzerhand zugemauert. Über den verbliebenen Einflugbereich können nun nur noch Fledermäuse ein- und ausfliegen. Ansonsten blieb das Denkmal unangetastet.

Foto: Julian Sauter/ BaySF

Abb.: Um Störungen zukünftig auszuschließen, wurde der Zugang bis auf eine schmale Öffnung mit massiven Steinen zugemauert. 

Artenschutzprojekt mit wenigen Mitteln

Der Beselberg ist gekennzeichnet durch einen von Buchen dominierten Mischwald mit alten und kräftigen Bäumen und vielen jungen Baumarten die unter dem bestehenden Wald bereits heranwachsen, um die nächste Waldgeneration zu bilden. Ökologisch wertvoll machen den Wald zudem tote noch stehende und liegende Baumstämme. Diese bilden einen idealen Lebensraum für Fledermäuse, aber auch Schwarzspecht, Kolkrabe und Uhu. 

„Den Schutz der seltenen Tierarten liegt mir besonders am Herzen und ist Teil der vorbildlichen Waldwirtschaft wie sie bei den Staatsforsten im Forstbetrieb Schnaittenbach praktiziert wird. Mit dem Umbau des Bunkers zu solch einem Artenschutzprojekt leisten wir mit relativ wenig Mitteln viel für die Fledermaus“, freut sich der zuständige Revierleiter Julian Sauter.

 

Hinweis:

Was sich die der Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten in Sachen Wald- und Artenschutz auf die Fahnen geschrieben hat, kann jedermann im Regionalen Naturschutzkonzepts des Forstbetriebs nachlesen. In diesem werden konkrete Handlungen und Maßnahmen für den Waldnaturschutz im Staatswald herausgearbeitet und ähnlich wie beim Fledermausbunker Stück für Stück umgesetzt. Mehr zum Naturschutz finden Sie im regionalen Naturschutzkonzept auf der Homepage des Forstbetriebs Schnaittenbach.

 

 

Quelle: BaySF

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