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Alpenländer fordern mehr Engagement für Bergwald

Die Förderung investiver Maßnahmen zur Stabilisierung der Schutzwälder, verbesserte Betreuung der urbanen Waldbesitzer und mehr Gelder für Forschung, Entwicklung sowie Aus- und Fortbildung, das fordern der Freistaat Bayern und die Alpenländer Südtirol, Österreich, Tirol und Trient in einer gemeinsamen Bergwaldagenda. „Angesichts der akuten Bedrohung unserer Bergregionen durch den Klimawandel müssen wir europaweit künftig noch schneller, gezielter und effektiver mit dem Aufbau von Mischwäldern vorankommen“, sagte Forstminister Helmut Brunner am 2. Dezember in München. Vor allem auf EU-Ebene bestehe dringender Handlungsbedarf.
Dem Minister zufolge gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Temperaturen im Alpenraum doppelt so schnell ansteigen wie im globalen Durchschnitt. Diese Entwicklung erhöhe das Risiko von Naturgefahren wie Stürmen, Hochwasser  und Muren und beeinträchtige außerdem die Schutzfunktion der Bergwälder. Ein intakter Bergwald ist laut Brunner aber für einen bewohnbaren Alpenraum unerlässlich, denn: „Der Bergwald ist das stabilisierende Rückgrat für den gesamten Siedlungs- und Wirtschaftsraum.“ Europaweit lebt jeder Fünfte in bewaldeten Berggebieten und jeder Dritte im unmittelbar angrenzenden Flachland.
Der Freistaat engagiert sich nach Aussage des Ministers schon seit Jahrzehnten für den Bergwald: Seit fast 25 Jahren gibt es in Bayern ein Schutzwaldsanierungsprogramm, 2008 wurden die Anstrengungen im Rahmen einer „Bergwaldoffensive“ noch einmal verstärkt. Als Musterbeispiel für länderübergreifende Zusammenarbeit bezeichnete Brunner auch das „Waldinformationssystem Nordalpen“: Gemeinsam mit Partnern aus Tirol und Salzburg werden hier umfangreiche Informationen über Wuchsbedingungen und Risikopotenziale der Bergwälder zusammengestellt.
Weitere Infos:
 

Wald-Informationssystem Nordalpen

 
StMELF

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