Erzeugerpreise für Paletten sich stark gestiegen, Palettenstapel
Die Erzeugerpreise in Deutschland steigen im Rekordtempo. Verpackungsmittel aus Holz kosteten im Mai 67,4 % mehr als im Vorjahresmonat.
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Allzeitrekord: Erzeugerpreise im Mai +33,6 % gegenüber Vorjahr

02. Juli 2022

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Mai 2022 um 33,6 % höher als im Mai 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949.

Damit verzeichneten die gewerblichen Erzeugerpreise seit Dezember 2021 jeden Monat neue Rekordanstiege im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat. Im April 2022 hatte die Veränderungsrate bei +33,5 % und im März bei +30,9 % gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise im Mai 2022 um 1,6 %.

Starke Preissteigerungen bei allen Energieträgern

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist weiterhin die Preisentwicklung bei Energie. Die Energiepreise waren im Mai 2022 im Durchschnitt 87,1 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber April 2022 stiegen diese Preise um 2,5 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus gegenüber Mai 2021 von 148,1 %. Kraftwerke zahlten für Erdgas 241,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer war Erdgas 210,7 % teurer und für Wiederverkäufer 168,3 %. Gegenüber April 2022 wurde Erdgas über alle Abnehmergruppen hinweg 2,5 % teurer.

Die Preise für elektrischen Strom waren im Mai 2022 um 90,4 % höher als im Mai 2021 (+4,0 % gegenüber April 2022). Für Weiterverteiler kostete Strom 165,2 % mehr als ein Jahr zuvor, für Sondervertragskunden 83,2 %. Für gewerbliche Anlagen stiegen die Preise um 16,8 %.

Mineralölerzeugnisse waren 55,8 % teurer als im Mai 2021 und kosteten 2,5 % mehr als im April 2022. Leichtes Heizöl war fast doppelt so teuer wie ein Jahr zuvor (+96,0 %), Kraftstoffe kosteten 49,4 % mehr. Während die Preise gegenüber April 2022 für Motorenbenzin um 6,5 % und für Dieselkraftstoff um 0,5 % stiegen, war leichtes Heizöl geringfügig billiger (-0,5 %).

Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 16,5 % höher als im Mai 2021 (+1,2 % gegenüber April 2022).

Auch Holz und Papier deutlich teurer

Vorleistungsgüter waren im Mai 2022 um 25,1 % teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber April 2022 stiegen diese Preise um 1,5 %. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Vorleistungsgüter gegenüber dem Vorjahr hatte die Veränderungsrate für Metalle insgesamt mit einem Plus von 38,1 %.

Besonders hoch waren die Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +110,9 %. Verpackungsmittel aus Holz kosteten binnen Jahresfrist 67,4 % mehr, Nadelschnittholz war 41,9 % teurer als im Mai 2021.

Papier und Pappe waren 52,3 % teurer als ein Jahr zuvor. Hier stiegen insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier (+111,3 %). Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie wichtig sind, kosteten 42,4 % mehr.

Höhere Preise für Verbrauchs- und Gebrauchsgüter treffen alle

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Mai 2022 um 14,7 % höher als im Mai 2021 und stiegen gegenüber April 2022 um 1,3 %. Nahrungsmittel waren 19,2 % teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+80,2 % gegenüber Mai 2021, +7,2 % gegenüber April 2022). Nicht behandelte pflanzliche Öle kosteten 68,4 % mehr als im Mai 2021. Rindfleisch war 42,9 % teurer als ein Jahr zuvor, Kaffee 33,6 %, Milch und Milcherzeugnisse 24,1 %. Die Preise für Schweinefleisch waren 24,1 % höher als im Mai 2021, sie sanken jedoch gegenüber April um 2,6 %.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im Mai 2022 um 9,4 % höher als ein Jahr zuvor, insbesondere bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+11,9 %).

Maschinen und Autos teurer, ebenso Metallbau und EDV-Zubehör

Investitionsgüter kosteten 7,1 % mehr als im Vorjahr. Eine höhere Veränderung im Vorjahresvergleich hatte es letztmalig im September 1975 gegeben (+7,4 %). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate für Investitionsgüter gegenüber Mai 2021 hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 8,3 % und für Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,9 %).

Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+26,1 %) sowie für Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+18,9 %).

Quelle: Destatis