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Alleenschutz in Mecklenburg-Vorpommern

Alleenschutz in Mecklenburg-Vorpommern

Damit künftig in Mecklenburg-Vorpommern die Mittel aus dem Alleenfonds ausreichend für Neuanpflanzungen und Pflegemaßnahmen eingesetzt werden können, sollen diese Gelder in Zukunft allein vom Landwirtschafts- und Umweltministerium verwaltet werden. „Diese in einer Verwaltungsvereinbarung festgeschriebene Regelung ermöglicht es, die Mittel im gesteigerten Maße für Pflanzungen und andere Maßnahmen an Kreis- und Kommunalstraßen einzusetzen“, so Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, am 7. November im Rahmen der BUND-Veranstaltung in Güstrow zum Thema „Alleen und ihre Bedeutung für die Biodiversität“. Die Pflanzungen an Bundes- und Landesstraßen stoßen auch wegen der von den Behörden zu berücksichtigenden „Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“, kurz RPS, auf erhebliche Schwierigkeiten.“ Deshalb habe er sich mit dem Verkehrsminister darauf geeinigt, dass die Mittel des Alleenfonds künftig allein vom Landwirtschafts- und Umweltministerium verwaltet werden. Als erste Maßnahme nach der Neuregelung ist am 13. Dezember die Pflanzung von 45 Spitzahorn-Bäumen an der Gemeindestraße von Klein Kubitz nach Groß Kubitz auf Rügen vorgesehen.
Hintergrund

Mecklenburg Vorpommern besitzt 2588,8 km Alleen und 1021,6 km einseitige Baumreihen und ist somit nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland. 42,1 % der Alleen und einseitigen Baumreihen befinden sich an Bundes- und Landstraßen, 16 % an Kreisstraßen. Der mittlere Stammdurchmesser von 56 cm verweist auf ein hohes Durchschnittsalter der Bäume. Die ältesten Bäume im Land MV sind bereits über 250 Jahre alt.

Der Anteil der besonders schutzwürdigen Bestände beträgt über 27 % des Gesamtbestandes. Zu den besonders schutzwürdigen Arten gehören alte, knorrige und landschaftsprägende Obstbestände sowie Alleen und einseitige Baumreihen mit seltenen Baumarten, wie z.B. Hainbuche, Blutbuche, Rotbuche, Platane und Lärche. Bei insgesamt 75 % der Bestände an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beträgt der Abstand zwischen Fahrbahn und Stammfuß der Bäume überwiegend nur 0,5 – seltener bis zu 1,5 m. Daher sind Nachpflanzungen in Beständen, die zu eng an der Fahrbahn stehen, in der Regel nicht sinnvoll.
 
Drei Viertel der Bestände werden als „vital“ bis „schwach“ eingeschätzt. Bei den in drei Kategorien erfaßten Schäden überwiegen mit 40 % alte, vor mehr als 5 Jahren verursachte Verletzungen. Weniger als 10 % des Gesamtbestandes haben mittlere bis schwere Schäden, die jünger als 5 Jahre sind. Aus diesem Grund müssen Maßnahmen der Verkehrssicherungspflicht und des Alleenschutzes an allen Straßen und ländlichen Wegen sehr sorgfältig miteinander abgewogen werden. Die im „Alleenfonds“ zusammenfließenden Gelder für Ausgleichsmaßnahmen werden außer für Schutz- und Pflegemaßnahmen auch für Neuanpflanzungen verwendet. Bei den seit 1991 neu angepflanzten Alleen und einseitigen Baumreihen überwiegen die in den Altbeständen dominierenden Arten wie Ahorn, Linde und Eiche. Ziel dabei ist es aber auch, den bisher geringen Anteil an Arten wie Blutbuche oder auch Obstgehölzen zu erhöhen.
 
In den Vorgaben der „Richtlinie zum passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme“ (RPS) heißt es, dass bei Nachpflanzung von jungen Bäumen ein Mindestabstand zur Straße von 7,50 m einzuhalten ist, wenn keine Schutzplanke angebracht wird. Bei Geschwindigkeiten von unter 70 km/h kann dieser Abstand auf 4,50 m abgesenkt werden. Gleichwohl muss in jedem Fall ersteinmal die Fläche für die Baumpflanzungen zur Verfügung stehen. Die Alternative, die Strecke mit Leitplanken zu sichern, scheitert oft daran, dass dafür straßenseitig zu wenig Platz zur Verfügung steht.

Infos: www.kulturportal-mv.de

MLUV/fp

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