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Alfred-Töpfer-Preis an Dr. Jörg Müller

Alfred-Töpfer-Preis an Dr. Jörg Müller

In Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiet der Naturschutzforschung wurde der Zoologe und Forstwissenschaftler Dr. Jörg Müller, tätig im Nationalpark Bayerischer Wald, Grafenau, am 21. Juni 2010 mit dem Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. für Agrar, Forst und Naturschutz ausgezeichnet. Mit 25 000 € ist dieser Preis die europaweit höchst dotierte Auszeichnung auf dem Gebiet der ökologisch nachhaltigen Landnutzung.
Dr. Jörg Müller hat innovative Konzepte für die effektive Vereinbarung von Schutz und Nutzung bei der Bewirtschaftung von Wäldern entwickelt. Er konnte Schlüsselfaktoren, wie die Menge an Totholz oder das Baumalter, für die ökologische Waldentwicklung identifizieren und quantifizieren und hat so eine Grundlage zur Bestimmung des Naturschutzwertes von Wäldern der Gemäßigten Breiten geschaffen. Dabei hat er nicht nur den Klimawandel berücksichtigt, sondern auch die durch steigende Energiekosten wachsende Nachfrage nach Holz.
Seine Konzepte zur Integration des Arten- und Habitatschutzes in die Wirtschaftswälder werden deutschlandweit aufgegriffen und führen zu einem Paradigmenwechsel in der Waldnaturschutzstrategie. Während natürliche Störungen früher nicht nur in bewirtschafteten Wäldern, sondern auch in Waldschutzgebieten bekämpft wurden, werden ihnen heute auch positive Effekte auf die Biodiversität zugeschrieben. So gelten Borkenkäfer mittlerweile nicht mehr nur als Plage, da sie sich auch positiv auf Wirtschaftswälder auswirken können. Müller hat mit seinen Untersuchungen gezeigt, wie die Käfer bei kontrollierter Entwicklungsdynamik zur Strukturvielfalt beitragen können und das Licht- und Wärmeangebot verbessern.

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