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Alexander Riedel 80 Jahre

Alexander Riedel 80 Jahre

Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2016 feiert Oberlandforstmeister i.R. Alexander Riedel zusammen mit seiner Ehefrau, seinen drei Kindern und acht Enkelkindern seinen 80. Geburtstag.
Alexander Riedel entstammt einer sächsischen Försterfamilie mit einer langen Tradition. Der Jubilar erlernte nach dem Abitur durch eine Forstfacharbeiterlehre und anschließende Tätigkeit als Waldarbeiter die Grundlagen des forstlichen Handwerks im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Doberlug-Kirchhain. Nach dem Studium in Tharandt mit dem Abschluss Diplomforstingenieur (1961) und einer Beschäftigung als Betriebsassistent wurde er auf verschiedenen Ebenen der Forstwirtschaft im damaligen Bezirk Cottbus mit der Planung der forstlichen Produktion betraut.
Ende 1963 bat ihn das katholische Bistum Meißen, die Leitung über den kircheneigenen Waldbesitz in der Oberlausitz zu übernehmen, der weitgehend außerhalb der Machtstrukturen der DDR bleiben sollte. Alexander Riedel trug dann über 26 Jahre die Verantwortung für 6.000 ha in Eigenregie bewirtschaftetem Wald der katholischen Kirche, der Evangelischen Brüderunität Herrnhut, der Inneren Mission und des Evangelischen Konsistoriums Görlitz. Es war eine Tätigkeit mit großen forstbetrieblichen Gestaltungsräumen, wie sie nur wenige Förster unter den damaligen Bedingungen ausüben konnten.
Die demokratische Umgestaltung der Forstwirtschaft ab 1990 stellte sicher die größte Herausforderung im Berufsleben von Alexander Riedel dar. Er war einer der Männer, die in den Tagen der Wiedervereinigung Deutschlands zur Verfügung standen, als es galt, die Forstwirtschaft in Sachsen neu zu formen. Alexander Riedel hat sich dieser Aufgabe, als er gefragt wurde, mit großer Besonnenheit und Tatkraft gestellt. Handlungsmaßstab war das Wohl des Waldes sowie die Sicherung seiner vielfältigen Funktionen und seiner Bewirtschaftung. Es gab für den tiefgreifenden historischen Prozess keine Vorlagen, alles musste mit fachlicher Kompetenz, aber auch mit dem Gespür für das Angemessene gedacht und getan werden. Dazu gehörten auch emotionale Momente. Einer davon war ganz gewiss der Tag, an dem Alexander Riedel im Saal der Dreikönigskirche in Dresden alle Bediensteten des höheren und gehobenen Forstdienstes der neuen Landesforstverwaltung mit Handschlag verpflichtete. Und mit dieser Geste gab Alexander Riedel allen Kollegen das Bewusstsein, dazu zu gehören und mitwirken zu können. Die ihn auszeichnende integre Art ist ganz sicher durch seine frühere Tätigkeit als Forstchef der Kircheneigenen Land- und Forstwirtschaft im Bistum Dresden – Meißen geprägt worden.
Als neu ernannter Leiter der Abteilung Landesforstverwaltung im damaligen Sächsischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fand in seiner Zuständigkeit die Abwicklung der forstwirtschaftlichen Strukturen der DDR auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen und die Neugründung der Sächsischen Forstämter als Einheitsforstamt, der Forstdirektionen und der Landesanstalt für Forsten einschließlich der Integration der Verwaltungsjagd statt.
Ein besonderes Anliegen Alexander Riedels war, neben der Entwicklung einer effektiven und hochmotivierten staatlichen Forstverwaltung, die den Anforderungen der Bürger wie der Wirtschaft gerecht wird, der Wiederaufbau leistungsfähiger körperschaftlicher und privater Forstbetriebe, starker forstlicher Dienstleistungsunternehmen und der Holzindustrie im Freistaat Sachsen. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2001 war Alexander Riedel von 2003 bis 2007 Vorsitzender des Sächsischen Waldbesitzerverbandes. Diese Aufgabe erfüllte er auf Grund seiner im Berufsleben gewachsenen engen Verbundenheit mit dem nichtstaatlichen Waldbesitz mit großem Einsatz.
Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Freunde und Weggefährten wünschen Herrn Alexander Riedel alles Gute.
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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