ForstBranche

Alarmierende Trends im öffentlichen Buchenholzeinschlag

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

In den vergangenen Jahren klagt die Laubholzindustrie über rückläufige Verfügbarkeiten. Die Statistik zeige, dass der Buchenholzeinschlag der im Landesbesitz befindlichen Wälder in Deutschland zuletzt drastisch abgenommen habe. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) fordert die Politik zu klaren Bekenntnissen für die Laubholznutzung auf.

Es galt zu klären, welche Dimension der Rückgang des Buchenholzeinschlages in Deutschland und speziell in den Landesforsten der buchenreichen Bundesländer angenommen hat. Letzteren komme aufgrund ihrer Größe eine besondere Bedeutung bei der Rundholzversorgung der regionalen Industrie zu und insbesondere seit dem vergangenen Jahr klagt die deutsche Laubholzindustrie über eine stark abnehmende Rohstoffverfügbarkeit.

Minus 25 % Bucheneinschlag seit 2017

Die Auswertung der Landeswalddaten aus Hessen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg habe gezeigt: In Deutschland nahm der Buchenholzeinschlag insgesamt und insbesondere in den Jahren 2020 und 2021 drastisch ab.

So wurden im Vorkalamitätsjahr 2017 deutschlandweit 827.000 Kubikmeter, 2021 noch 616.500 Kubikmeter eingeschlagen. Eine Abnahme um 210.500 Kubikmeter oder 25 % nach zwischenzeitlichen kalamitätsbedingten Anstiegen in den Jahren 2018 und 2019.

In Hessen minus 42 %

Bei den Bundesländern zeige lediglich Hessen einen leichten Anstieg des Einschlags von 2020 zu 2021. Allerdings sei dieser im Jahr 2020 nach einem politisch angeordneten Einschlagsstopp bereits auf rund 47 % des Niveaus von 2017 gesunken. So ergebe sich in Hessen eine Verminderung des Einschlags im Buchenstammholz von rund 42 % im Vergleich zu 2017. In Thüringen beträgt der Rückgang 36 %.

Gründe für fehlenden Bucheneinschlag

Frage man nach den Gründen der Versorgungsengpässe, so höre man verschiedene Erklärungen: Lokaler Verlust des Unterstandes durch Dürren, verringerte Erntekapazitäten durch hohen Arbeitsaufwand im Nadelholz und eine kurzfristig hohe internationale Nachfrage nach Laubholz, die zu Nachteilen der regionalen Versorgung führe.

Oft werden aber auch Unsicherheiten bezüglich der Bewirtschaftung von FFH-Gebieten oder politischen Initiativen wie der hessische Einschlagsstopp und die im Koalitionsvertrag des Bundes angekündigte Nutzungsverbotsinitiative für „alte Buchenwälder“ genannt.

Es droht Verlust von Laubholz-Know-How

„Es mag im Einzelfall forstfachlich Gründe geben, beim Einschlag der Buche zurückhaltend zu sein. Das kann und muss der Förster mit seiner Erfahrung vor Ort im Bestand am besten beurteilen. Wenn wir aber in die Dimension vermeintlich umweltpolitischer „Leitlinien“ kommen, muss den Entscheidern auf allen Ebenen klar sein, dass die Landesbetriebe eine existenzielle Verantwortung auch für den Laubholzindustriestandort Deutschland haben. Einmal verlorenes Know-how in der laubholzverarbeitenden Industrie ist mit der Betriebsaufgabe meist unwiederbringlich weg. Hier muss Deutschland besonders vor dem Hintergrund des in künftigen Waldgenerationen zu erwartenden hohen Laubholzvorrates gegensteuern“, kommentiert Lukas Freise, Geschäftsführer der AG Rohholz.

Quelle: AGR