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Rohholzmarkt in Bayern im I. Quartal 2011

Ein Großteil der Laubholzsäger war mit der Geschäftsentwicklung zum Jahresbeginn 2011 sehr zufrieden. Sowohl im Inland, als auch auf den Exportmärkten entwickelten sich die Absatzmöglichkeiten positiv, die Auftragseingänge sind deutlich gestiegen, Lagerbestände an Schnittware konnten leicht abgebaut werden. Auch die Erlöse für Sägenebenprodukte wurden angehoben und tragen zur positiven Stimmung bei. Im Laufe des I. Quartals wurde die Produktionstätigkeit verglichen mit den Vorjahren frühzeitig erhöht, was auf einen guten Schnittholzabsatz hindeutet. Die Branche erwartet in den kommenden Monaten steigende Preise bei Buchen- und Eichenschnittholz.
Nach leichten Preisrückgängen bei der Nadelschnittholz-Hauptware zum Jahresende 2010, konnten während des Berichtszeitraums wieder Preissteigerungen erreicht werden. Begründet wurde dies überwiegend mit den anhaltend hohen Rohstoffpreisen. In den kommenden Monaten rechnen vor allem Nadelschnittholz-Erzeuger mit einer weiteren Geschäftsbelebung. Verunsicherung bergen derzeit die Entwicklungen in den Schnittholz-Exportstaaten der Levante und in Japan.
Die Versorgungslage der Nadelholz verarbeitenden Industrie mit Rundholz hat sich im Verlauf des Quartals größtenteils entspannt. Ein Dreischichtbetrieb war allerdings mehrheitlich noch nicht möglich.
Nadelrundholz
Eine anhaltend intensive Nachfrage nach Nadelrundholz führte zu stabilen Holzpreisen auf verhältnismäßig hohem Niveau. Aufgrund der außergewöhnlich hohen Schneelage und anschließendem Tauwetter war es für die Waldbesitzer in weiten Teilen Bayerns bis zur Mitte des I. Quartals schwierig, den vorgesehenen Holzeinschlag durchzuführen, beziehungsweise das Rundholz an die Waldstraße zu liefern. Im Verlauf des Februars bis zum Quartalsende steigerte sich der Holzeinschlag kontinuierlich und erreichte teilweise die Mengen des Vorjahreszeitraums. In Schneebruchregionen kam es vereinzelt zu einer stockenden Rundholzabfuhr.

Preisbewegungen fanden bei Fichte im I. Quartal kaum statt. Nach wie vor wurden für das Leitsortiment SL BC 2b zwischen 94 bis 99 €/Fm frei Wald bezahlt. Das regionale Preisgefälle zwischen Nord- und Südbayern verringerte sich weiter. Langholz in B-Qualität erlöste zwischen 96 und 102 €/Fm. Stammholz der Güteklasse C erreichte in der Regel einen Preis 10 €/Fm unterhalb des B- bzw. BC-Sortiments. Hölzer für die Verpackungsindustrie erzielten zwischen 60 bis 65 €/Fm, vereinzelt bis zu 70 €/Fm frei Wald.

Im Sog der allgemeinen guten Nachfrage nach Nadelholz war auch die Kiefer im I. Quartal weiterhin sehr gesucht. Das Preisniveau stagnierte allerdings auf dem Niveau des IV. Quartals. Für das Leitsortiment SL BC 2b bewegte sich der Preisrahmen zwischen 73 und 78 €/Fm frei Wald. Stammhölzer ab Stärkeklasse 3a konnten regional auch zu höheren Preisen verkauft werden. Für Palletten-Sortimente wurden Preise zwischen 53 bis 61,50 €/Fm je nach Stärkeklasse bezahlt.
Laubrundholz
Die Nachfrage nach Laubrundholz war wie bereits schon zum Jahresende auch im I. Quartal differenziert zu betrachten. Während reges Interesse an Eiche und Esche bestand, entwickelten sich die Absatzmöglichkeiten für Buche weiterhin sehr zurückhaltend. Vor allem Buchenstammholz besserer Qualität blieb hinter den Erwartungen zurück. Schwächere Hölzer der Güteklassen C und D werden aufgrund attraktiver Preise zunehmend der energetischen Verwertungsschiene zugeführt.
Preislich konnte sich die Eiche in dieser Saison weiter verbessern. Das Leitsortiment L B 4 erzielte zwischen 260 bis 285 €/Fm frei Wald. C-Qualitäten erreichten in der Stärkeklasse 4 durchschnittlich 105 bis 107 €/Fm. Für D-Hölzer wurde zwischen 55 und 60 €/Fm bezahlt. Auch Buchenstammholz erfuhr im Preisniveau eine moderate Steigerung. Stammholz der Güteklasse B konnte sich um rund 5 % verbessern, C-Qualitäten steigerten sich um 7 bis 10 %.
Die Verkaufsergebnisse für Werthölzer waren für die Waldbesitzer überwiegend zufriedenstellend. Die schwerpunktmäßig angebotene Eiche konnte erneut Preissteigerungen im Vergleich zur vergangenen Saison erzielen. Highlight war der Spitzenerlös für einen 140 Jahre alten Riegelahorn (Bergahorn) aus dem Forstbetrieb Arnstein (BaySF), der mit 4,49 Fm 44.560 € erzielte.
Industrieholz
Aufgrund des witterungsbedingt begrenzten Holzeinschlags, konnte auch das Koppelprodukt für die Papierholz verarbeitende Industrie und die Holzwerkstoffindustrie nicht in ausreichender Menge bereitgestellt werden. Zusätzlich war die Konkurrenz der thermischen Verwertung weiterhin spürbar. Aufgrund dieser Entwicklung hat die Papierindustrie die Preise für das entsprechende Nadelholzsortiment zum Jahreswechsel von 32 €/Rm auf 36 €/Rm angehoben. Der Vertrag ist als Jahresvertrag angelegt. Aktuell können zusätzliche Liefermengen im engeren Umfeld zu Standorten der Papierindustrie bis zu 40 €/Rm frei Wald erlösen.
Energieholz

Die Nachfrage nach Brennholz kann regelmäßig nicht ausreichend bedient werden. Teilweise wurden weitere Preissteigerungen umgesetzt. An der Waldstraße bereitgestellte Hartholz-Sortimente erzielen derzeit Preise zwischen 50 und 65 €/Fm.
Auch an Waldhackschnitzel besteht ungebremstes Interesse. Beide Sortimente üben zunehmenden Druck auf die Industrieholzsortimente aus.
 
StfELF

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