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Aktuell größter Windpark in Baden-Württemberg eingeweiht

Mit einem Bürgerfest und im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller ist der zurzeit größte Windpark Baden-Württembergs im Harthäuser Wald, der sich über den Landkreis Heilbronn und den Hohenlohekreis erstreckt, eingeweiht worden.

Die 14 Windkraftanlagen haben eine Leistung von je 3 MW und sollen nach Angaben des Projektierers etwa 92 Mio. kWh im Strom im Jahr erzeugen. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von etwa 3500 kWh pro Haushalt könnten damit fast 26.300 Haushalte versorgt werden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hob die Bedeutung der Windkraft für das Gelingen der Energiewende hervor: „Der Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie und der Klimaschutz sind nur mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen. Dafür brauchen wir die Windkraft.“ Um Bürgerinnen und Bürger der Region möglichst intensiv einzubinden, ist für den Windpark Harthäuser Wald ein besonderes Beteiligungsmodell gewählt worden. Dieses Modell, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, zeichne sich durch seine große Bürgernähe aus: „Alle, die sich für das Gelingen der Energiewende einsetzen wollen, können sich in eigens gegründeten Bürger-Energiegenossenschaften an diesem Windpark beteiligen. Der Nutzen sauberer Energie und die Wertschöpfung bleiben damit in der Region. Das ist ein hervorragendes Beispiel für die Energiewende von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger.“
Baueingriffe zu Lasten des Waldes würden ausgeglichen
Die Landesregierung sei sich bewusst, dass die Windkraft nicht von allen geliebt werde, so Kretschmann, aber „wir tun im Genehmigungsverfahren alles, um negative Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Mensch und Natur zu minimieren bzw. auszuschließen. Das ist auch hier im Harthäuser Wald so gewesen.“ Sowohl artenschutzrechtliche Belange, wie die Auswirkungen der Anlagen auf Fledermäuse und Vögel, als auch Fragen des Schattenwurfs und des Infraschalls, der von den Anlagen ausgehen könnte, seien im Genehmigungsverfahren behandelt worden, erläuterte Umweltminister Franz Untersteller. Baueingriffe zu Lasten des Waldes würden mit Aufforstung an anderer Stelle ausgeglichen. „Für die Sorgen und Befürchtungen der Bürgerinnen und Bürger habe ich großes Verständnis, wir setzen uns im Verfahren sehr sorgfältig damit auseinander und passen die Planungen, wo nötig, an“, so Untersteller. „Die Windkraft und die Belange des Arten- und Umweltschutzes sowie der Menschen der Region sind uns gleichermaßen wichtig. Das wird auch daran deutlich, dass hier im Harthäuser Wald fünf geplante Anlagen aus naturschutzfachlichen Gründen nicht genehmigt werden konnten.“
12 von 14 Anlagen stehen im Wald
Der Windpark Harthäuser Wald erstreckt sich über 5 Gemeinden und 2 Landkreise. Betreiber sind 5 Bürger-Energiegesellschaften, welche die jeweiligen Kommunen und die ZEAG Energie AG eigens gegründet haben: Widdern: 4 Anlagen (Lkr. Heilbronn), Hardthausen: 5 Anlagen (Lkr. Heilbronn), Jagsthausen: 3 Anlagen (Lkr. Heilbronn), Möckmühl: 1 Anlage (Lkr. Heilbronn), Forchtenberg: 1 Anlage (Hohenlohekreis). 12 Anlagen stehen im Wald, 2 sind auf Freiflächen errichtet.
Bis zur Inbetriebnahme des Windparks in Lauterstein (derzeit im Bau, 16 Anlagen) ist der Windpark Harthäuser Wald der größte in Baden-Württemberg. Stand Ende August 2015 waren landesweit 400 Windenergieanlagen in Betrieb. 121 Anlagen befanden sich im Bau. Weitere 279 Windenergieanlagen waren bereits genehmigt oder zumindest beantragt. Davon entfielen allein 99 Anträge und 58 Genehmigungen auf das Jahr 2015.
 

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Staatsministerium Baden-Württemberg/Red.

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