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Aktionsbündnis Wald Sachsen-Anhalt: Erstes Treffen mit Ministerin

Auf Einladung des Aktionsbündnisses Wald Sachsen-Anhalt traf sich Ministerin Claudia Dalbert mit Vertretern der im Aktionsbündnis organisierten Verbände. Das Bündnis sucht Wege zur Überwindung der größten Katastrophe seit 200 Jahren in sachsen-anhaltinischen Wäldern.

Das Aktionsbündnis besteht aus den Verbänden der Forstwirtschaft, von den Gewerkschaften über die Forstfachbände bis zu den Waldbesitzern und arbeitet bereits seit Jahren zusammen. Allerdings hat die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert, das Bündnis bisher nicht angehört. Nun kam es am 9. September zu einem ersten Gespräch mit der Ministerin.

Im Mittelpunkt standen die durch Stürme, Dürre und Schädlinge in den letzten zwei Jahren entstandenen Waldschäden: Wie die Rettung der existenziell geschädigten Wälder gelingen kann, welche Förderung dafür erforderlich ist und wie diese unbürokratisch erbracht werden kann, wollte das Bündnis erörtern.

Bei dem Treffen wurden Ministerin Dalbert die bekannten Forderungen des Aktionsbündnisses übergeben (am Schluss des Textes zum Herunterladen). Die Ministerin habe, so Teilnehmer an dem Gespräch, die Dinge zur Kenntnis genommen. Das Gespräch sei in ruhiger und sachlicher Atmosphäre verlaufen. „Ob und was nun mehr daraus folgt, wird die Zukunft weisen. Ein erster Aufschlag zur wirklichen Bewältigung der jetzigen Situation ist zumindest getan worden“, so das Aktionsbündnis.

75 Mal der Hambacher Forst!

In Sachsen-Anhalt sind zurzeit mindestens 15.000 ha Wald aufzuforsten, das ist 75 Mal der Hambacher Forst! Dazu sind über 40 Mio. Bäume zu pflanzen, denn viele Samenbäume wurden durch die Schäden vernichtet. Wird nicht gepflanzt, werden bestenfalls Busch- und Karstlandschaften zustande kommen und die schon jetzt die negativen Auswirkungen für Trinkwasser, CO₂-Bindung, Artenvielfalt, Bodenschutz und Erholung verschärfen.

Katastrophe erfordert staatliche Hilfe und gesellschaftlichen Konsens

Der auch menschengemachte Klimawandel macht den Wald und alle, die ihn erhalten wollen, zu Opfern. Ob Laub- oder Nadelbäume, vom Harz über den Fläming und die Dübener Heide bis zur Altmark – ganze Waldbestände verabschieden sich. Die Hochwasser- und Erosionsgefahr nimmt zu. Lebensraum für Mensch und Tier geht verloren. Die Artenvielfalt leidet und hunderttausende Tonnen CO₂ werden nicht gebunden.

Durch das Ausmaß der Katastrophe, verschärft durch den zusammengebrochenen Holzmarkt, können die Betroffenen die Schäden nicht allein beheben. Hierzu bedarf es staatlicher Hilfe und eines gesellschaftlichen Konsenses.

PDF-Datei (610 KB) zum Herunterladen: Aktion Wald Sachsen-Anhalt Positionspapier

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Red.

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