Waldbau

Agroforstwirtschaft – fehlende Anerkennung der Potentiale

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

In ihrem Abschlussbericht spricht die Zukunftskommission Landwirtschaft konkrete Empfehlungen für einen Wandel der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit aus. Die Agroforstwirtschaft wird dabei völlig unzureichend erwähnt. Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e. V. ist über die fehlende Anerkennung der Potentiale enttäuscht.

Die unzureichende Erwähnung der Agroforstwirtschaft ist trotz ihres großen Potenzials für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft nicht nur bedauerlich, sondern schlicht nicht nachzuvollziehen. In dem Bericht werden Agroforstsysteme konkret im Bereich ökologischer Aspekte zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und für eine verbesserte Klimaeffizienz empfohlen, allerdings nur in Bezug auf zu fördernde Forschungsprojekte und Demonstrationsvorhaben. Diese sind wichtig und es ist zu begrüßen, dass Agroforstsysteme diesbezüglich betont wird. Allerdings müssen solche Vorhaben begleitend zu einer jetzt stattfindenden, verstärkten Umsetzung der Agroforstwirtschaft erfolgen.

Bleibt es bei einer Vision?

Nur wenn zahlreiche Agroforstflächen zeitnah entstehen, kann die Landwirtschaft in Zukunft von deren Vorteilen profitieren. Eine Forderung nach mehr Agroforstwirtschaft wäre auch mit Blick auf die ebenfalls im Bericht enthaltene gemeinsame Vision zur Zukunft der Landwirtschaft nur konsequent. So werden an dieser Stelle Agroforstsysteme als anzustrebende Strukturen in der Landwirtschaft beschrieben. Doch wenn die Agroforstwirtschaft nicht ausdrücklich als zukunftsweisende Maßnahme angemahnt wird, bleibt es bei einer Vision.

Sinnvolle und zielführende Landnutzungsmethode

Mehrfach wurde bereits nachgewiesen, dass Agroforstsysteme für Themen wie Humusaufbau, Bodenschutz, die Verbesserung von Wasserqualität und Rückhalt, Nährstoffkreisläufe und für Biodiversität ein großes Potenzial bieten. Genau diese Themen werden im Abschlussbericht vorgehoben, jedoch ohne die Agroforstwirtschaft mit ihnen in Verbindung zu bringen. Auch für die Schaffung von Lebensräumen, Strukturen in der Agrarlandschaft und die Förderung der Artenvielfalt – weitere Kernpunkte des Abschlussberichts – hat sich die Agroforstwirtschaft als sinnvolle und zielführende Landnutzungsmethode erwiesen.

Agroforstwirtschaft ist die Zukunft der Landwirtschaft

In Brandenburg wurde in einem Projekt erfolgreich aufgezeigt, wie eine Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) Agroforstwirtschaft gestaltet werden kann, was nun in einem Folgeprojekt in die Praxis umgesetzt wird. AUKM werden in dem Abschlussbericht der Zukunftskommission explizit als wichtiger Baustein für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft aufgeführt. Der Beitrag, den die Agroforstwirtschaft in diesem Zusammenhang leisten kann, wurde leider außer Acht gelassen. Der DeFAF e. V. wird sich daher weiter dafür einsetzen, dass die Agroforstwirtschaft als nachhaltige Landnutzungsmethode verstärkt angewendet wird, denn nur mit ihr kann die Zukunft der Landwirtschaft erfolgreich gestaltet werden.

Folgeprojekt AUKM, Ziele und Partner 

Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) Agroforstwirtschaft

Quelle: DeFAF