Holzindustrie, -verbände

AGR-Rohstoffgipfel: Die Branche im Wandel

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Am 17./18. November fand der AGR-Rohstoffgipfel erstmalig im Online-Format statt. Im Fokus standen Zukunftstechnologien und deren Beitrag für den Wald und die Holz-Branche. Weitere Themen waren die Milliarden-Hilfen für den Walderhalt und zukunftsfähige Transportlogistik.

Eröffnet wurde der diesjährige Rohstoffgipfel mit dem Blick auf die Kalamitäten der letzten Jahre. Ein Appell an die Zusammenarbeit von Forst und Holz kam in Form eines Grußwortes von Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten.

Zukunftstechnologien effektiv nutzen

Im Fokus der Branche stehen weiterhin die Verwendungsmöglichkeiten für das anfallende Schadholz, sowie die Rohstoffsicherung der Zukunft. Deutlich wurde, dass zunehmend neue Technologien existieren, aber ihr unter den Marktpartnern koordinierter Einsatz auf der Fläche noch nicht im eigentlich nötigen Umfang erfolgt. „Technologie ersetzt dabei keine Erfahrung, sondern soll Erfahrung verfügbar machen“, so Dr. Rainer Joosten, ein Teilnehmer der online-Diskussion.

Waldförderung mit Fragezeichen

Anschließend stand der Wald der Zukunft im Mittelpunkt. Das Impulsgrußwort lieferte AGDW-Präsident Hans-Georg von der Marwitz (MdB). Thematisiert wurden u.a. die bereitgestellten Milliarden-Hilfen für die Forst- und Holzwirtschaft und deren Einsatzfelder in Projekten. Insgesamt sei das staatliche Engagement in der Krisensituation beeindruckend, kommentiert Leonhard Nossol, Präsident der AG Rohholz. Ein kleiner Wermutstropfen bleibe aber die Ausgestaltung der Waldförderung in den Ländern. Dort scheine man manchmal die Zielrichtung von klimastabilen wirtschaftlich nutzbaren Wäldern nicht voll im Blick zu haben. Es sollte nicht so sein, dass wirtschaftlich wertvolle Baumarten durch die Förderpraxis diskriminiert werden, so Nossol.

Holztransport: Fahrermangel und Digitalisierung

Viele Impulse gab es im Themenblock „zukunftsfähige Transportlogistik“. Nach einem Grußwort von Dr. Sigrid Nikutta, im Vorstand der Deutschen Bahn zuständig für den Bereich Gütertransport, wurde im Themenblock schnell deutlich: Digitalisierung und Automatisierungsprozesse halten bei LKW und Bahntransport Einzug und auch der Bereich modulare Fahrzeuge wird als große Chance beim Transport von Holz gesehen. Ein Kernpunkt der Diskussion war der zunehmende Fahrermangel sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Hier müssen Anreize durch die Unternehmen geschaffen werden, um Personal gewinnen zu können.

Positiv wird auch der Vernetzung der supply chain entgegen gesehen. „Es war zu spüren, dass auch durch die pandemiebedingte stärkere Auseinandersetzung jedes Einzelnen mit der Digitalisierung das Thema bezogen auf die Logistik auch in unserer Branche massiv Fahrt aufgenommen hat. Die AGR wird sich auch weiterhin dafür stark machen, dass die Rahmenbedingungen für den Holztransport über die Schiene verbessert werden. Dies wird auch für die Erfüllung der Klimaschutzziele im Transportsektor unabdingbar sein,“ kommentiert Lukas Freise, Geschäftsführer der AGR.

AGR/Red.