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AGR-Kommentar: GRÜNE Waldpolitik ohne Holz?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Unter dem Titel „Zukunft für die heimischen Wälder sichern“ veröffentlichten DIE GRÜNEN am 8. August ein Autorinnen- und Autorenpapier, welches die Standpunkte der Partei im Hinblick auf die künftige Waldpolitik erläutert. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V. (AGR) erkennt die Partei zwar wichtige Themen, die politischen Maßnahmen greifen jedoch zu kurz. Ein Kommentar.

Für die notwendige aktive Gestaltung der Wälder brauche es ein detailliertes Konzept. Insofern begrüße die AGR die Auseinandersetzung der Grünen mit diesem Thema grundsätzlich. Gleichzeitig müsse aber auch die langfristige Holznutzung und strategische Rohstoffplanung mitgedacht werden. Im vorliegenden Papier erfolge dies zwar in Ansätzen, greife an vielen Stellen aber zu kurz, so die Arbeitsgemeinschaft. Viele der hier präsentierten Fakten verlangten nach einer konsequenten Nachfrage. Die AGR hat das Papier deshalb einem Faktencheck unterzogen.

GRÜNEN-Papier im Faktencheck

Das Papier der GRÜNEN erkenne viele wichtige Themen – allen voran, dass es notwendig sei, sich strategisch Gedanken über die Zukunft des Waldes in Deutschland zu machen. Dabei die Holzproduktion als mehr oder weniger naturgegeben zu betrachten, sei aber laut AGR ein großer Fehler. Nur mit umsichtiger, langfristiger forstwirtschaftlicher Planung könne der wertvolle Rohstoff Holz auch in Zukunft in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung gestellt werden. Diese rohstoffpolitischen Weichen, so die AGR weiter, seien jetzt zu stellen. Die integrative Waldbewirtschaftung sei dabei ein Erfolgsmodell, an dem auch im Klimawandel nicht gerüttelt werden sollte. An einigen Stellen brauche das Konzept der GRÜNEN detailliertere Hintergrundinformationen und müsse sich rational von „ideologischem Ballast“ befreien.

„Eine fehlgeleitete Waldpolitik können wir uns im Hinblick auf die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels nicht leisten. Dem großen Beitrag zum Klimaschutz durch nachhaltige Holzverwendung etwa wurde im vorliegenden Papier deutlich zu wenig Rechnung getragen“, kommentierte abschließend Lukas Freise, Geschäftsführer der AGR.

Weitere Themen des Faktenchecks sind u. a. Waldbewirtschaftungskonzepte, Waldschutz und Klimaschutzfunktionen.

Hier geht‘s zum Faktencheck. Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Beitrag vom 13. August.

Kommentar der AGR