Holztransport

AGR fordert mehr Holzverladebahnhöfe

von Heinrich Höllerl

Am 30.06.2020 hat das Bundesverkehrsministerium (BMVI) seinen „Masterplan Schienenverkehr“ vorgestellt -ein Strategiepapier zur Modernisierung des Personen-und Güterverkehrs in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) sieht dabei noch größeren Nachholbedarf.

Aus ihrer Sicht enthält das Papier in erster Linie ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Personenverkehrs. Obwohl der Marktanteil der Schiene beim Gütertransport von 19% auf 25% wachsen soll, finden sich dort kaum entsprechende Maßnahmen. Die AGR hält die Verbesserungspläne deshalb für unzureichend. Die postulierten Ziele und Maßnahmen wurden im Grundsatz bereits 2017 im „Masterplan Schienengüterverkehr“ vorgestellt. Eine gut erkennbare Entwicklung sei aber bisher ausgeblieben.

Flächendeckende Zugangsmöglichkeiten

Das BMVI formuliert zwar: „Um den Schienengüterverkehr in der Fläche zu verankern, müssen bestehende Zugänge zur Schiene erhalten und ausgebaut sowie weitere flächendeckende Zugangsmöglichkeiten, beispielsweise durch Gleisanschlüsse, KV-Terminals und multimodale Logistikterminals geschaffen werden. Dennoch ist laut AGR eine Reaktivierung von stillgelegter Verladeinfrastruktur im ländlichen Raum nicht vorgesehen.

Die Bahn hat seit der Bahnreform 1993/1994 im Zuge der massiven Einsparmaßnamen über 80% der Gleisanschlüsse stillgelegt. Im Detail ist deren Zahl von 11.913 im Jahr 1994 auf lediglich 2.371 in 2016 zurückgegangen.

Klares Bekenntnis fehlt

In einer aktuellen Umfrage unter Mitgliedern von AGR und dem Bundesverband der Deutschen Säge-und Holzindustrie (DeSH)zählte das Fehlen von Verladebahnhöfen auf der Fläche zu den größten Hemmnissen bei der Ausweitung des Holztransports über die Schiene. Dabei zeigen Maßnahmen in Niedersachsen, wie der Erhalt und der Ausbau von Holzverladeinfrastruktur in der Praxis funktionieren kann. Die AGR fordert hier ein klares Bekenntnis zum Erhalt und zum Ausbau von Verladeinfrastruktur nach den Bedürfnissen im Holztransport. Dazu gehöre auch die Einrichtung von Holzverladezentren, die als Zwischenlager für eine kontinuierliche Holzversorgung der Industrie dienen können.

AGR/Red.