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Rohholz Arbeitsgemeinschaft

AG Rohholz diskutiert Holzversorgung der Zukunft

Am 23. Oktober fand die 33. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) und das AGR Forum im hybriden Format in Würzburg und online statt. Zentrales Thema des Forums waren der Wald und die zukünftige Holzversorgung im Klimawandel.

Welche Baumarten prägen das Waldbild der Zukunft und wie sicher ist die Bereitstellung des Rohstoffes Holz für zukünftige Generationen? Mit diesen Fragen setzten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rohholz im AGR Forum am Rande der 33. Mitgliederversammlung des Verbandes auseinander.

Mit der genetischen Ausstattung der Baumarten einerseits und der waldbaulichen Zusammensetzung des Waldes andererseits befassten sich zwei Vorträge von Dr. Heino Wolf und Prof. Dr. Ulrich Kohnle. Wolf ist Leiter des Referats Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung am Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebs Sachsenforst. Kohnle ist Leiter der Abteilung Waldwachstum und Klimafolgenforschung an der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg.

Mehr Tempo gefordert

Es wurde klar, dass die Reinbestände der Vergangenheit angesichts des Klimawandels in Zukunft nicht mehr bestehen können. Die Forstpflanzenzüchtung habe bereits erfolgreiche Konzepte entwickelt, angesichts der dramatischen Lage sei die Umsetzung in die forstliche Praxis aber noch zu zögerlich. Für mindestens 15 Jahre seien umfassende Strukturen und Pläne zu entwickeln, wie die bewährten Arten gezielt verbessert und neue Arten für den zukünftigen Anbau identifiziert werden können.

Waldbaukonzepte

Waldbaulich könnte das Konzept der Zeitmischungen, also die zeitweise Kombination von Baumarten mit relativ frühen Einschlägen nach 40 bis 50 Jahren, eine gute Möglichkeit bieten, die Rohstoffversorgung auch im Klimawandel zu gewährleisten. Gleichzeitig warnten die Vortragenden vor einer Einschränkung der Waldbewirtschaftung als Reaktion auf die aktuellen Forstschäden. Durch eine regelmäßige Auflichtung erreichen größere Anteile des Niederschlags den Waldboden und somit die Wurzeln der Bäume. Eine Begrenzung des Höhenwachstums durch rechtzeitige Holznutzung mache die Wälder robuster gegen häufigere und heftigere Sturmereignisse.

Auch die zurzeit besonders vom Klimawandel bedrohte Fichte wurde von keinem der beiden Wissenschaftler gänzlich abgeschrieben. Die Rolle einer Hauptbaumart werde sie in Zukunft aber wohl nicht mehr ausfüllen können.

Bestehende Konzepte umsetzen!

„Die Aufforstung der enormen Schadensflächen in Deutschland erfordert jetzt weitreichende forstliche Entscheidungen. Es ist wichtig, dabei auch die nachhaltige Versorgung der Gesellschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz in den Mittelpunkt zu stellen. Entsprechende Konzepte gibt es, man muss sie aber auch umsetzen. Dass das auch passiert, dafür wird sich die AGR weiter einsetzen,“ resümiert Leonhard Nossol, Präsident der AGR, über die Veranstaltung.

AGR/Red.

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