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AGR und BSHD kritisieren Pläne für Nationalpark im Teutoburger Wald

Der Kreis Lippe setzt sich für die Ausweisung eines Nationalparks im Teutoburger Wald ein. Dies war am 21. Juni 2011 auch der Anlass für einen Workshop mit Vertretern bereits bestehender Nationalparks, zu dem der Kreis Lippe und die Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen geladen hatten.

Die rot-grüne Landesregierung unterstützt die Nationalpark-Befürworter und prüft eine entsprechende Ausweisung. Dabei beruft sie sich in Person von Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis90/Die Grünen) u.a. auf das Gutachten einer dem Ministerium nachgeordneten Behörde, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) und der Bundesverband Säge- und Holzindustrie (BSHD) kritisieren die Pläne des Umweltministers als ideologisch motiviert und fachlich unbegründet. Die Verbände warnen eindringlich vor den Folgen der Einführung eines Nationalparks: Regionale Unternehmen verlören ihre wirtschaftliche Grundlage. Tourismuseffekte seien überschätzt. Wertvolles, nachwachsendes Holz würde unnötig der Wertschöpfungskette entzogen.

In Nordrhein-Westfalen hat der Wald eine besondere Bedeutung als regionaler Wirtschaftsfaktor. Die Region um Ostwestfalen ist laut AGR und BSHD seit jeher ein wichtiger Standort der Holzwirtschaft und der Möbelindustrie. Nach Angaben der Verbände haben sich diese hier vor allem wegen des Waldes und des nachhaltig nutzbaren Rohstoffes Holz angesiedelt. Eine Stilllegung des Teutoburger Waldes in der geplanten Gebietskulisse würde vor allem die mittelständischen Laubholzsägewerke, die mit ihren Produkten fast ausschließlich Kunden aus der Region beliefern, und die Holzwerkstoffindustrie treffen. Da die Kunden der Laubholzbetriebe auf eine regionale Versorgung mit Buchenholz angewiesen seien, müssten sie sich um entsprechende Alternativen kümmern. Der Rohstoffbezug aus anderen Regionen käme wegen höherer Transportkosten und steigender Konkurrenz mit anderen Werken kaum in Frage.

Die nordrhein-westfälische Forst- und Holzwirtschaft verzeichnet einen Jahresumsatz von zirka 40 Mrd. € und beschäftigt 200000 Menschen. Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand beim BSHD, sagt: „Diese Arbeitsplätze sind, im Gegensatz zu dem oft propagierten Arbeitsplatzmotor Naturtourismus, saisonunabhängige und gut entlohnte Beschäftigungsverhältnisse. Unserer Meinung nach sind intelligente Konzepte gefragt, die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Tourismus miteinander verbinden.“

In der öffentlichen Diskussion werde zu oft die Schutzfunktion der Waldbewirtschaftung unterschlagen. „Sich selbst überlassene Wildnis nimmt Förstern die Möglichkeit, die Wälder klimaresistent umzubauen. Wir schützen am besten, indem wir nutzen“, sagt Schmidt.

Für die beiden Verbände ist klar: Forst- und Holzwirtschaft gehören zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die mit Natur- und Klimaschutz einhergehen.

 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
BSHD/AGR

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