ABO

AGR und BSHD: Ausweisung von Wildnisgebieten in Brandenburg stoppen!

Bis zu 60 000 ha land- und forstwirtschaftliche Fläche will das Land Brandenburg aus der Nutzung nehmen – mit schwerwiegenden Folgen. Zusammen mit Unternehmen aus der Region fordern die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) und der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) deshalb in einem offenen Brief an die brandenburgische Landesregierung einen sofortigen Stopp der Flächenstilllegungen.

„Mit der großräumigen Ausweisung von Totalschutzgebieten wird der Holz- und Energiewirtschaft der Rohstoff entzogen und den Förstern die Möglichkeit genommen, die Wälder klimaresistent umzubauen. Wir schützen am besten, indem wir nutzen“, erklärt Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR. Die Vorteile einer schonenden Waldnutzung ziehen sich laut Ohnesorge durch die gesamte Wertschöpfungskette; „Forst- und Holzwirtschaft gehören zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die mit Natur- und Klimaschutz einhergehen“.

Die brandenburgische Forst- und Holzwirtschaft verzeichnet einen Warenumsatz von 1,1 Mrd. € und hat damit eine große Bedeutung für die Region. Der Wirtschaftszweig beschäftigt fast 19 000 Menschen. Darunter 3 800 in der reinen Holzwirtschaft sowie weitere 15 000 Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft und im weiterverarbeitenden Gewerbe. „Diese Arbeitsplätze sind, im Gegensatz zu dem oft propagierten Arbeitsplatzmotor Naturtourismus, saison-unabhängige und gut entlohnte Beschäftigungsverhältnisse“, erklärt Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand beim BSHD. Er warnt daher vor einer langfristigen Schwächung der regionalen Wirtschaft.

Zusammen mit Unternehmen aus der Region kritisieren die AGR und BSHD außerdem, dass die Ausweisung der Schutzgebiete „hinter verschlossenen Türen“ stattfindet und relevante Interessengruppen nicht in den Prozess eingebunden werden. Sie fordern von der Landesregierung schon bei Planungen von Schutzgebieten frühzeitig einen öffentlichen und transparenten Informations- und Diskussionsprozess einzuleiten.

Weiterhin machen die Verbände auf den Widerspruch zu den energiepolitischen Zielen der Bundes- sowie der Landesregierung aufmerksam. Diese sehen in den nächsten Jahrzehnten eine deutliche Erhöhung der energetischen Verwertung des Rohstoffs Holz vor. Im Offenen Brief heißt es: „Der Holzbedarf zur Deckung energiepolitischer Ziele des Landes Brandenburg und der Hauptstadt Berlin kann unmöglich aus Brandenburger Wäldern gedeckt werden. Vor diesem Hintergrund sind Pläne unverantwortlich, die eine Minderung statt eine Steigerung der produktiven Landfläche nach sich ziehen.“ 

AGR/BSHD

Auch interessant

von