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Forstleute aus den verschiedenen Bundesländern laden in vom 18. bis 20. September 2020 zu den Deutschen Waldtagen ein. Mehrfach haben wir auf forstpraxis.de schon über dieses Ereignis geschrieben und berichtet.

AGDW stellt neue Infokampagne für den Wald vor

Unter dem Motto „Wald ist Klimaschützer“ haben die AGDW – Die Waldeigentümer eine neue Informationskampagne vorgestellt. Ihre Forderung: Die Wälder müssen über die Honorierung der Klimaschutzleistung stabilisiert werden und von der CO2-Abgabe profitieren.

Anlässlich der Themenwoche Nachhaltigkeit im Deutschen Bundestag haben die AGDW – Die Waldeigentümer gemeinsam mit den Familienbetrieben Land und Forst im Regierungsviertel ihre neue Informationskampagne „Wald ist Klimaschützer“ vorgestellt. Dazu haben die beiden Verbände Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, den Fraktionsvorsitzenden der Union, Ralf Brinkhaus, sowie zahlreiche Bundestagsabgeordnete auf die Spreetreppen vor dem Reichstagsgebäude eingeladen. Im Fokus ihrer Kampagne steht die Forderung nach einer Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes.

Forderung der AGDW hat zentrale Bedeutung

Diese Forderung ist für die Waldeigentümer von zentraler Bedeutung, da die Auswirkungen des Klimawandels in den Wäldern Deutschlands angekommen und zu einer existenziellen Bedrohung geworden sind. Aktuell liegt die Schadfläche bei rund 285.000 ha, das Schadholz bei 178 Mio. fm. Betroffen sind alle Baumarten, vertrocknete Wälder, Waldbrände, Schädlingsexplosionen sind die Folge. Gleichzeitig leiden viele Waldbesitzer aufgrund der daraus resultierenden niedrigen Holzpreise unter fehlenden Einnahmen für die Wiederbewaldung. „Die aktuelle Katastrophe in unseren Wäldern macht deutlich: Es wird höchste Zeit, die Wälder über die Honorierung der Klimaschutzleistung zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen“, sagte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer.

Zahl 8 steht im Mittelpunkt der Kampagne

Der Wald ist ein zentraler Klimaschützer: Das Cluster Forst und Holz bindet mit über 127 Mio. t CO2 rund 14 % des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft. Allein 8 t CO2 speichert ein Hektar Wald im Durchschnitt pro Jahr. Daher steht die Zahl 8 auch im Mittelpunkt der Kampagne. „Angesichts der enormen CO2-Speicherleistung unserer Wälder ist es nur gerecht, dass diese Leistung einen Preis erhält“, sagte Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, „schließlich ist die Waldwirtschaft als größte CO2-Senke der ‚Stakeholder Nr.1‘ in Sachen Klimaschutz“. Diese große Leistung für den Klimaschutz ist viel zu wenig bekannt, so die Kritik der beiden Verbände, sie soll mit dieser Kampagne der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

CO2-Aufnahme soll durch die Wälder vergütet werden

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung mit der Klimaschutzgesetzgebung beschlossen, dass ab 2021 die CO2-Emissionen der Sektoren Verkehr und Gebäude bepreist werden. Die daraus entstehenden Einnahmen sollen in den Energie- und Klimafonds der Bundesregierung fließen. Die beiden Vorsitzenden fordern, dass die Waldbewirtschaftenden für ihre CO2-Senkenleistung aus diesem Fonds honoriert werden. „Da der CO2-Ausstoß einen Preis erhält, ist es nur konsequent, dass die CO2-Aufnahme durch die Wälder vergütet wird“, so deren Forderung.

Verlässliches Modell wichtig

Ein schlüssiges Modell liegt seit längerem auf dem Tisch und orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird. Demnach werden pro Hektar Wald und Jahr der ab 2021 festgelegte Preis von 25 € für eine Tonne CO2 mit 4,5 multipliziert, dies entspricht einer Honorierung von 112,50 €/Jahr/ha. Diese Klimaleistungsprämie steigt mit dem festgelegten Anstieg des CO2-Preises auf 55 €/Jahr 2025 auf knapp 250 €/Jahr/ha. „Die Waldbäuerinnen und Waldbauern brauchen ein verlässliches Modell, das sie in ihrem Klimaschutz kontinuierlich unterstützt und die Existenz ihrer Wälder sichert“, so die beiden Präsidenten.

Quelle: AGDW

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