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AGDW: Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel wird dringend gebraucht

AGDW: Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel wird dringend gebraucht

Am 1. Januar 2015 tritt die „Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland“ (RVR) in Kraft. Bereits seit 2008 arbeiteten der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) gemeinsam an dem neuen Regelwerk für den Holzverkauf.
Zuvor galt für die Qualitätskategorisierung und die Ermittlung des Verkaufswertes die sogenannte Handelsklassensortierung für Rohholz (Forst-HKS), die mit Aufhebung der EWG-Richtlinie 68/89 am 1. Januar 2009 ihre gesetzliche Grundlage verlor. Der große Nachteil dieser Regelung: Die HKS war in den grundsätzlichen Formulierungen sehr allgemein gehalten. Das führte dazu, dass jedes Bundesland seine eigene Präzisierung verfasste. Und sie war viel zu starr, um auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Erleichterung daher beim Präsidenten der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg: „Wir begrüßen die RVR ausdrücklich. Sie wird dringend gebraucht. In einer Zeit sich rasch verändernder globaler Märkte benötigt ein exportorientiertes Land wie Deutschland Regeln, die einerseits mustergültig sind, andererseits flexibel angewendet werden können. Der Status als privatrechtliches Regelwerk gibt dem Waldeigentümer und dem Einkäufer auch die Möglichkeit, sich auf von der Regel abweichende Vereinbarungen zu einigen.“
RVR-Schulungen annehmen
Die AGDW empfiehlt Waldbesitzern und allen, die für die Sortierung und für den Verkauf von Rundholz verantwortlich zeichnen, sich auf die RVR vorzubereiten, um so schnell wie möglich mit den zahlreichen neu vereinbarten Definitionen, Begrifflichkeiten und Qualitätskriterien vertraut zu werden. Dazu kann die Teilnahme an speziellen Schulungen hilfreich sein. Denn dort wird nicht allein die Theorie eingeübt, sondern auch die Praxis, indem die Holzmerkmale am Objekt selbst erfasst und gemessen werden.
AGDW-Geschäftsführerin Petra Sorgenfrei erklärt: „In Schulungen sollten die Qualitätssortierkriterien in der Theorie vermittelt und die erworbenen Kenntnisse praktisch an liegenden Stämmen durch Definieren und Messen eingeübt werden. Entsprechendes Schulungsmaterial, das auch für den Einsatz im Arbeitsalltag geeignet ist, ist hier hilfreich. Und dass die RVR zukünftig ein lebendiges Regelwerk bleibt, gewährleistet ein Ständiger RVR-Ausschuss, der sich aus Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft zusammensetzt und für die Weiterentwicklung der RVR und für Auslegungsfragen zuständig ist.“
In Österreich, wo eine der RVR vergleichbare Regelung 2006 eingeführt wurde, hatten sich Schulungsmaßnahmen als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. Die Unterweisungen führten in der Folge unter anderem dazu, dass Rechtsklagen unter den Marktpartnern deutlich zurückgingen.
Die RVR im Netz: www.rvr-deutschland.de
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
AGDW – Die Waldeigentümer

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