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AGDW: Was macht der Wald nach Cancún?

AGDW: Was macht der Wald nach Cancún?

„Mit gemischten Gefühlen nehmen die Deutschen Waldbesitzer das Ergebnis der Klimaverhandlungen zur Kenntnis“ kommentierte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW) die im Rahmen der UN-Klimakonferenz im mexikanischen Cancún gefassten Beschlüsse.

Freiherr zu Guttenberg begrüßte einerseits ausdrücklich, dass die Weltgemeinschaft den dringenden Handlungsbedarf zur Senkung der Treibhausemissionen erkannt hat und eine definierte Erwärmungsgrenze von zwei Grad Celsius als Richtschnur festsetzt. Anderseits kritisierte er die mangelnden konkreten und verpflichtenden Handlungsempfehlungen, die notwendig wären, um die eigenen ambitionierten Ziele zu erreichen. Gleichfalls machte der Präsident der AGDW darauf aufmerksam, dass schon bei einer Erwärmung um „lediglich“ zwei Grad Celsius, die Wälder mit erheblichen Auswirkungen zu kämpfen haben. Bereits heute sehen sich die Waldbesitzer mit kumulativen Schadensereignissen, nach beispielsweise lang anhaltenden Trockenphasen, Orkanen oder Wetterextremen durch die vorhandene durchschnittliche Erwärmung von 0,7 Grad Celsius konfrontiert. Einer weiteren Steigerung der durchschnittlichen Temperatur, auch nur um wenige Zehntel Grad, sehen die Waldbesitzer mit großer Sorge entgegen.

Die Verankerung des Waldschutzprogrammes (REDD+) ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Emissionen aus der Vernichtung tropischer Urwälder aufzuhalten. Mit der Weiterentwicklung dieses Programmes und der Einbeziehung der lokalen Bevölkerung kann die Ressource Wald eine zukunftsweisende Inwertsetzung erfahren, die für weitere Schutzmaßnahmen und die Wertschätzung durch die lokale Bevölkerung unabdingbar ist. Eine weltweite differenzierte Betrachtung unserer Wälder ist jedoch für die erforderliche Wende zur nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung zwingend. So werden neben der Senkenfunktion ursprünglicher Wälder in unseren Regionen intelligente und effiziente Instrumente benötigt, um mit dem Rohstoff Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eine Abkehr von fossilen Energieträgern und energieintensiven Rohstoffen zu erwirken. Dem seit Generationen nachhaltig bewirtschafteten Wald in Deutschland kommt somit eine Schlüsselrolle in der Rohstoffbereitstellung zu. Die verantwortungsvolle, multifunktionale Waldbewirtschaftung ist zugleich der Garant für die weiteren lebensnotwendigen Ökosystemleistungen aus dem Wald.

„Wir fordern die politischen Verantwortungsträger auf, mit uns zukunftsfähige Konzepte zur erarbeiten, damit unser Wald in Deutschland weiterhin seinen Beitrag zu den globalen Herausforderungen leisten kann und die Lebensgrundlage der zwei Millionen Waldbesitzer erhalten bleibt.“ so Philipp Freiherr zu Guttenberg abschließend.

AGDW

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