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AGDW zur Übergabe der Waldstrategie 2020 in Sachsen-Anhalt

AGDW zur EU-Forstpolitik

Die Waldbesitzer in Deutschland verfolgen das Anliegen der Europäischen Union mit dem zur öffentlichen Konsultation vorgelegten Grünbuch „Waldschutz und Waldinformation in der EU zur Vorbereitung der Wälder auf den Klimawandel“ mit sehr großem Interesse und Aufmerksamkeit. „Es ist ein neuer politischer Weg auf dem die europäische Forstpolitik unter Berücksichtigung der Bedeutung von Wald und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung den notwendigen Rahmen finden kann“, stellte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW) fest. Innerhalb der EU braucht der Waldsektor eine stärkere politische Anerkennung und Integrität so der Präsident der AGDW weiter. Die Belange der Forstwirtschaft müssen auch auf europäischer Ebene in einen kohärenten Rahmen eingebunden und Ziele einer EU-Forstpolitik geklärt werden. Die fehlende rechtliche Verankerung von Wald und Forstwirtschaft in den Römischen Verträgen oder dem Vertrag von Lissabon macht diese zum Spielball zwischen den Generaldirektionen und führt zu einer Aufteilung des Waldes zwischen zahlreichen politischen Instrumenten, ohne dabei ein einheitliches Ziel zu verfolgen.

Das Grünbuch Wald ist nach Ansicht von Freiherr zu Guttenberg dabei ein weiterer Schritt neben bereits bestehenden Prozessen wie zum Beispiel der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE/Forest Europe), um das Ziel eines integrativen europäischen Rahmens mit einer klar ausgerichteten EU-Forstpolitik zu erreichen. Die AGDW bringt sich von daher in den durch das Grünbuch gestarteten Dialog stellvertretend für die 2 Mio. Waldbesitzer in Deutschland mit einer ausführlichen Stellungnahme ein. Denn nur durch den gemeinsamen Dialog aller Beteiligten, ist das Ziel einer praxisnahen, starken und kohärenten EU-Forstpolitik zu verwirklichen. Die Anerkennung und Integration des Konzepts einer generationenübergreifenden nachhaltigen Waldbewirtschaftung in die EU-Gesetzgebung und andere politische Prozesse kann dabei auch als Richtschnur für andere in Beziehung zu den Wäldern stehenden internationalen Prozessen wie Klimawandel und biologische Vielfalt stehen.

In ihrer Stellungnahme zu denen im „EU-Grünbuch“ aufgestellten Fragen unterstreicht die AGDW, dass ein erfolgreicher Schutz der Wälder, gerade auch im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel, nur durch eine gezielte Unterstützung der Waldbesitzer vor Ort und nicht durch weitere, die unternehmerische Freiheit der Waldbesitzer einschränkende gesetzliche Regelungen gelingen kann. Den Waldbesitzern muss eine Option zur direkten Partizipation am Emissionshandel eingeräumt werden, damit der Rolle des Waldes als Opfer und Retter im Klimawandel entsprechend Rechnung getragen wird. Auch die Bedeutung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse als zentraler Ansprechpartner für fachlich versierte Beratung und Dienstleistungen insbesondere für kleinere Waldbesitzer muss auf EU-Ebene wieder anerkannt und mit finanzieller Unterstützung unterlegt werden.

AGDW

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