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Der Wald als Klimaschützer

Der Wald als Klimaschützer, Holzlieferant und Erholungsort ist systemrelevant

Die Premiere des Waldtages in Berlin ist gelungen – die vielen Funktionen des Waldes wurden herausgestellt und diskutiert. Der Wald muss in der Klimaschutzdebatte eine stärkere Rolle spielen. So Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer.

„Der Wald hat viele starke Seiten und es geht ihm so gut wie lange nicht“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, anlässlich des 1. Deutschen Waldtages, der auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 18./19. Oktober in Berlin stattfand. „Als Klimaschützer, Holzlieferant und Erholungsort ist er systemrelevant für die gesamte Gesellschaft.“ Diese Botschaften müssten vom Wald in die Stadt getragen werden.
„Auf dem ersten Deutschen Waldtag ist dies gelungen“, so der AGDW-Präsident. „Veranstaltungen wie diese mitten in den urbanen Zentren sind notwendig, um – gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimaschutzdebatte – die vielen Funktionen des Waldes deutlich zu machen.“
Unter dem Motto „Unser Wald – Klimaschützer und Multitalent“ gab es zwei Tage lang lebendige Debatten über Themen wie den Waldnaturschutz, die Verwendung von Holz und den Wald als Erholungsort. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte in seiner Rede auf dem 1. Deutschen Waldtag gerade die klimaschützende Wirkung des Waldes hervorgehoben. „Der Wald als CO2-Speicher und die Substitutionswirkung von Holz bleiben in der aktuellen Klimadebatte unterbelichtet“, sagte der Minister. Er verwies darauf, dass der Wald und die Verwendung von Holzprodukten die Atmosphäre um über 120 Mio. t Kohlendioxid pro Jahr entlasten, das entspricht etwa 14 % der deutschen Treibhausgasemissionen. Gerade der nachhaltig bewirtschaftete Wald in Deutschland habe erwiesenermaßen eine große Wirkung für den Klimaschutz. Er betonte, dass Deutschland über einen großen Holzvorrat verfüge – ein Plus von rund 13 % – und dass dieses Holz genutzt werden müsse. Ein zentraler und wichtiger Ansatz sei daher, verstärkt auf das regionale und europäische Holz zu setzen, damit es in Ländern, die sich nicht am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren, zu keiner Übernutzung komme.
Der AGDW-Präsident dankte Bundesminister Schmidt für die Ausrichtung des Waldtages und machte auf der Konferenz deutlich, dass sich der Wald in Deutschland in einem vitalen und stabilen Zustand befände. Die dritte und damit aktuelle Bundeswaldinventur lege Zeugnis davon ab. „Der Zustand des Waldes aber wird von Teilen der Politik noch immer schlecht geredet, um ihn allein auf das Schützen zu reduzieren.“ Dabei sei die nachhaltige Forstwirtschaft mit ihrer Balance zwischen Ökonomie und Ökologie und ihrer Jahrhunderte währenden Expertise eine grandiose Erfolgsgeschichte, so Philipp zu Guttenberg. „Waldeigentümer, Förster und Waldarbeiter verfügen nicht nur über Erfahrung, sondern auch über eine tiefe Verbundenheit zum Wald. Daher achten gerade wir auf die Vitalität der Wälder, die wir pflegen.“
Dass die nachhaltige Waldbewirtschaftung eine starke Berufung ist, haben auch die vielen Waldarbeiter gezeigt, die auf Einladung des BMEL am 1. Deutschen Waldtag und zuvor an einer Baumpflanzaktion in Berlin-Schmöckwitz teilgenommen haben. Bundesminister Schmidt hatte sich für ihre Leistung bedankt und ihr Engagement für den Wald besonders herausgestellt.
 

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AGDW – Die Waldeigentümer

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