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Seit sechs Jahren gibt es Fälle von ASP in Grenznähe zu Deutschland. Nun wird der erste Fall innerhalb des Landes bestätigt.

Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland angekommen

Deutschland hat einen ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP): In Brandenburg ist bei einem Wildschwein-Kadaver wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar, jedoch ist sie für das Wild- aber auch das Hausschwein tödlich.

Nachdem seit November 2019 immer wieder über Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Polen mit Grenznähe zu Deutschland berichtet wurde, ist jetzt der erste Fall in Deutschland zu verzeichnen. Im Landkreis Spree-Neiße wurde ein infizierter Wildschweinkadaver vorgefunden. Bundesministerin Julia Klöckner informierte am 10. September, über den Fall, nachdem das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, eine entsprechende Probe positiv getestet hatte. Die Probe war am Vortag vom Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht worden.

Seuchensituation im Blick haben

Wichtig sei jetzt, die Vorgaben der nationalen Schweinepest-Verordnung einzuhalten, so Klöckner. Die zuständige Behörde in Brandenburg muss nun alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um den Überblick über die Seuchensitutation vor Ort zu erhalten, und um die Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Nationalen Krisenstab Tierseuchen aktiviert und steht in engem Kontakt mit der Europäischen Kommission. Außerdem steht das Ministerium im Austausch mit handelsrelevanten Drittländern, um soweit möglich den Export aus ASP freien Gebieten aufrecht zu erhalten.

Präventionsarbeit schon im Vorfeld

Bereits im Vorfeld hatte das BMEL neben umfangreicher Präventions- und Aufklärungsarbeit, Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen. Es hat mit Änderungen im Tiergesundheits- und im Bundesjagdgesetz dafür gesorgt, dass die zuständigen Behörden im Ausbruchsfall Anordnungen treffen können. Dazu zählen z. B. Absperrung eines bestimmten Gebietes, Beschränkungen oder Verbote der Jagd sowie Anlegen von Jagdschneisen und die vermehrte Fallenwildsuche. Ebenso besteht die Möglichkeit, gegebenenfalls Dritte (z.B. Forstbeamte oder Berufsjäger) zu beauftragen, eine verstärkte Bejagung durchzuführen.

 

Landwirte mit einem Schweinebetrieb können besonders von der ASP betroffen sein. Das BMEL hat dazu bereits 2018 einen Ratgeber veröffentlicht.

Schon im März hat das Bayerische Forstministerium verstärkt jadliche Präventivmaßnahmen ausgebaut, wie z.B. den unbürokratischeren Einsatz von Nachtsichttechnik. Mehr dazu gibt es auf unserer Homepage, hier. 

 

Hier geht´s zum kurzen Erklärfilm zur Afrikanischen Schweinepest: Was ist die ASP? Für wen ist sie gefährlich? Welche Maßnahmen können ergriffen werden?

 

Quelle: BMEL/ Red.

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