Holztransport

Abwrackprämie für Lkw

von Oliver Gabriel

Die Bundesregierung plant eineine Abwrackprämie bzw. ein nationales Flottenerneuerungsprogramm für Lkw. Neben der Anschaffung von Lkw mit Elektro- und Wasserstoffantrieb soll auch der Kauf fabrikneuer Lkw mit konventionellen Antrieben gefördert werden. Vorraussetzung für den Austausch konventionel angetriebener Lkw ist, dass die Neufahrzeuge die Anforderungen der Abgasstufe Euro VI erfüllen und zusätzlich bestimmte Umweltvorteile aufweisen, z.B. niedrige CO2-Emissionen. Außerdem muss gleichzeitig ein alter Lkw der Abgasstufe Euro III, IV oder V verschrottet werden.

Als besonderen Anreiz zum Umstieg auf alternative Antriebe sollen Elektro- und Wasserstoffantriebe stärker gefördert werden als konventionelle Antriebe. In die Förderung einbezogen werden soll die Anschaffung intelligenter Trailer-Technologien, deren Einsatz erhebliche Effizienzreserven bieten, z.B. Reifenluftdruck-Messanlagen oder digitale Achssteuerungen für Auflieger und Anhänger.

Zur Förderung des Lkw-Austauschs bei Unternehmen und im Rahmen der öffentlichen Beschaffung stellt die Bundesrgierung 500 Mio. € zur Verfügung. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet derzeit an einer Richtlinie. Zusätzlich soll auch das Flottenerneuerungsprogramm Sozial & Mobil aufgestockt werden.

Das Potenzial ist allgemein gesehen groß

Das Potenzial für das Flottenerneuerungsprogramm ist nicht gering. In Deutschland sind zum Stichtag 1. Juli 2020 3.338.014 Lkw zugelassen. Davon erfüllen erst 1.183.962 Fahrzeuge die Emissionsgrenzwerte der Euro VI. Deutschland hatte für eine europaweites Flottenerneuerungsprogramm zunächst eine Initiative bei der Europäischen Kommission gestartet. Nachdem die Resonanz dort verhalten ausfiel, plant die Bundesregierung nun auf eigene Faust. Wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer erläuterte, stehen für den Umstieg auf alternative Antriebe im Lkw-Bereich in den nächsten drei Jahren 1,16 Mrd. € zur Verfügung.

Welche Rolle spielt die Abwrackprämie  im Holztransport?

Auch in der Holztransportbranche dürfte der eine oder andere Unternehmer Interesse an dem Programm haben. Die Aufbauer, die wir gesprochen haben, waren bei dem Thema aber skeptisch. Einer fragte sich zum Beispiel, ob es Sinn ergibt, ältere Lkw gleich zu verschrotten: „Auch ein Euro IV ist ja noch gut, man könnte ihn besser in andere Länder verkaufen.“ Ein anderer gab zu bedenken, dass es bei Kurz- und langholz-Lkw nicht damit getan sein wird, den Lkw zu tauschen. Ein neues Fahrzeug erfordere zugleich auch einen neuen Aufbau. Eine Chance wäre eine entsprechende Förderrichtlinie also in erster Linie für Sattelzug-Lkw.

BGL/Red.