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Abteilungsdirektor Wolfgang Brinkhoff verstorben

Viele der heute aktiven Forstleute werden ihn nicht mehr oder nur noch dem Namen nach kennen. Denen aber, die mit ihm zusammenarbeiten durften, wird er unvergesslich bleiben, der Abteilungsdirektor Wolfgang Brinkhoff. Nun ist er am 21. Juni im Alter von 85 Jahren gestorben.

Brinkhoff wurde 1935 in der Stadt Oldenburg geboren, der Namensgeberin des damals noch selbständigen Landes Oldenburg. Seiner Heimat zwischen Weser und Ems ist er sein Leben lang treu geblieben.

Seine forstlichen Studien führten ihn nach Hannoversch-Münden und München, seine Referendarszeit absolvierte er in der Niedersächsischen Landesforstverwaltung, die ihn 1963 als Forstassessor übernahm. Schon 1967 wurde ihm das Amt eines Inspektionsbeamten in der Bezirksregierung Hildesheim übertragen. Fünf Jahre später ist er dann in seine Heimatstadt Oldenburg zurückgekehrt, zunächst als Inspektionsbeamter, dann ab 1975 als Leiter der Forstabteilung und später dann der gemeinsamen Abteilung Landwirtschaft und Forsten.

Brinkhoff in stürmischen Zeiten

In seine Dienstzeit fällt als besondere Herausforderung der Sturm 1972, der im ohnehin waldarmen Weser-Ems-Gebiet verheerend gewütet und die meist noch jungen Bestände verwüstet hatte; in den 1980er-Jahren kamen die neuartigen Waldschäden hinzu. Großflächige Kahlflächen mussten wiederaufgeforstet, aufgerissene Waldbestände aufgefüllt und umgebaut werden. Daneben traten umfangreiche Erstaufforstungen, insbesondere im Rahmen des vom Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband und der Landesforstverwaltung gemeinsam betriebenen Aufforstungprogramms „Neuschaffung von Wald zur Sicherung einer nachhaltigen Produktion unbelasteten Wassers und Waldmehrung im waldarmen Nordwestniederachsen“. Über 1.000 ha Neuwald sind allein im Rahmen dieses Programms entstanden. Es war eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Forst- und Wasserwirtschaft.

In den 1990er-Jahren galt es dann für Brinkhoff in der mit der Landwirtschaft zusammengelegten neuen Abteilung auch Probleme ganz anderer Art zu lösen, wie z. B. die Bekämpfung der Schweinepest in dieser Region intensivster Tierhaltung, aber auch Fragen wie die Umstrukturierung der Agrar-, der Veterinär- und der Forstverwaltung.

Zur Person Brinkhoff

Für die, die ein Stück mit ihm gemeinsam gehen durften, sind aber nicht nur seine Leistungen erinnerungswürdig, sondern vor allem die Persönlichkeit Brinkhoff. Er war ein absolut gradliniger Mann, der frei von Eitelkeit seine Vorstellungen und Ziele mit liebenswürdiger Bestimmtheit und in persönlicher Bescheidenheit verfolgte. Seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern begegnete er in gleichermaßen offener, den Menschen respektierender Weise. In seinen Maßstäben war er unbeirrbar. Das galt auch für das von ihm gelebte Beamtentum: Es war geprägt von einer Gesinnung, die das beste dieser Tradition ausmacht, er stellte die Ansprüche der Gesellschaft, des Landes über seine eigenen Interessen.

Während seines ganzen Ruhestandes musste er mit gesundheitlichen Einschränkungen leben, die zwar seine äußeren Lebensbedingungen bestimmten, seinem wachen, lebensbejahenden Geist aber nichts anhaben konnten.

Und so werden wir ihn in Erinnerung behalten, als einen Mann, bei dem sich fachliche Kompetenz und menschliche Noblesse auf das Glücklichste miteinander verbanden. Wir gedenken seiner mit Dankbarkeit.

Gerd Janßen

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