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Analyse: Abschied vom Holz

Biomasse-Heizkraftwerke rechnen sich nicht mehr.Die energetische Nutzung von Holz ist zu einem festen Bestandteil der regenerativen Energieerzeugung geworden, ohne dass die breite Öffentlichkeit davon je groß Notiz genommen hat. Nach Erhebungen des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) aus Leipzig hat sich die Zahl der heimischen Biomasse-Heizkraftwerke seit dem Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 bis Ende 2013 auf 640 Anlagen mehr als verzehnfacht. Die installierte elektrische Leistung stieg um das Achtfache auf über 1 500 MW. Inklusive der großen Anlagen der Papier- und Zellstoffindustrie trägt die feste Biomasse mit rund 11 Mrd. kWh zu 1,8 % zum hiesigen Stromverbrauch bei. Das sind 7 % des regenerativen Stroms in Deutschland. Bei der erneuerbaren Wärme stellen Holzheizkraftwerke sogar 14 %.Diese Zahlen werden künftig kaum noch steigen. Nach einer Analyse des DBFZ für das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) rechnet sich der Neubau von Biomasse-Heizkraftwerken in Deutschland kaum noch. Grund sind die seit Sommer 2014 geltenden neuen Vergütungssätze im EEG. So wurde die Grundvergütung für Bioenergieanlagen bis 150 kW auf einheitlich 13,66 ct/kWh abgesenkt. Zulagen für den Einsatz von Rohstoffen wie Holz und Energiepflanzen, wie sie im alten EEG enthalten waren, gibt es nicht mehr. Eine Anlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 30 kW zum Beispiel habe sich bereits mit der Vergütung des EEG 2012 am Rande der Wirtschaftlichkeit bewegt, heißt es dort. „Mit einer Reduzierung um über 7 ct im EEG 2014 ist ein wirtschaftlicher Betrieb unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich.“

DBFZ

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