18.08.2013Ausbildung | Ausbildung | Weiterbildung, Fortbildung

Schnitzen mit der Motorsäge lernen

Die Kursteilnehmer mit ihren Werken.
Foto: Riel-Sommer
„Das wollte ich schon lange einmal machen“, dachte ich mir und fand mich im Juni in der Waldbauernschule Kelheim ein. Die Fortbildung hieß dieses Mal: „Schnitzen mit der Motorsäge“. Von meinen Kurskollegen – überraschenderweise 5 Frauen und 4 Männer – konnte ich ähnliche Beweggründe bei der kurzen Vorstellungsrunde hören. Und dann ging es auch schon los mit der Sicherheitsaufklärung. Dem folgte das Schärfen der Kette und die allgemeine Motorsägenwartung. Danach konnte es umgehend unter Anleitung der Forstwirtschaftsmeister Jürgen Kristen, Max Eichendorf und Hartmut Klosch losgehen.
 
Teilnahmevoraussetzung war Motorsägenerfahrung und selbstverständlich eine vollständige persönliche Schutzausrüstung. Und so fanden wir uns in voller Montur mit Schnittschutzhose und Schnittschutzschuhen sowie Gesichts- und Gehörschutz bei Saharahitze auf dem Übungsplatz ein. Die Teilnehmer hatten unterschiedlichste berufliche Hintergründe: Vom Schreiner über den Landwirt bis zur Erzieherin und Mitarbeiterin in der Krankenhausnotaufnahme.
 
Als Arbeitsmaterial gab es Fichte aufgespießt auf einer Eisenplatte mit Dornen. Das Schnitzen mit der Motorsäge kommt ursprünglich aus Nordamerika/Kanada. Dort wird es sogar professionell bzw. in Wettkämpfen betrieben. Die Waldbauernschule bietet diesbezüglich Kurse an, da zunehmend Waldbesitzer und Interessierte hierzulande Gefallen an dieser Tätigkeit finden.
 
Soweit möglich werden zum Schnitzen mindestens zwei Sägen verwendet: Eine leistungsfähige Fällsäge zum groben Vormodellieren und eine leichte Säge mit Carvingschwert. Diese besonderen Schwerter zeichnen sich durch ein bis zwei Zentimeter reduzierte Umlenkradien bei der Führungsschiene aus und verfügen über Sägeketten mit abgeschrägtem Zahndach im hinteren Bereich der Dachkannte und eine ¼-Teilung. Damit wird das Hochschlagen der Säge (Kickback) beim Schneiden mit der Schienenspitze vermieden.
 
Entsprechend dem Prinzip „Nachmachen“ fertigten wir nach Demonstration der Lehrmeister in zwei Tagen Pilze, Herzen, Tannenbäume, Eichhörnchen, Fischreiher und Eulen an. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Besonders filigran hatten wir bei den Beinen der Fischreiher vorzugehen. Ein sehr guter Kurs – so waren wir uns am Ende alle einig.
 
Weitere Infos unter: www.waldbauernschule.de

Christine Riel-Sommer

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Die Kursteilnehmer mit ihren Werken. Die Teilnehmer beim Schnitzen in Aktion auf dem Übungsplatz der Waldbauernschule.
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