Seit Anfang Juli testet SCA in Nordschweden diesen elektisch angetriebenen Holz-Lkw
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80-t-Holz-Lkw mit E-Antrieb

05. Juli 2022

Der schwedische Holzverarbeiter SCA und der Lkw-Hersteller Scania testen seit Anfang Juli einen Holz-Lkw mit 80 t Zuggesamtgewicht. Doch nicht nur die hohe Tonnage ist ungewöhnlich, sondern vor allem der rein elektrische Antrieb des Achtachs-Gespannes.


Scania und SCA beweisen mit dem Versuch, dass es man überschwere Elektro-Lkw im Holztransport einsetzen kann. Der batteriebetriebene Scania P25 Electric 6×4 mit 410 kW Nennleistung und Fünfachsanhänger darf auf öffentlichen Straßen bis zu 64 t und auf privaten Straßen 80 t wiegen. Er befördert in der schwedischen Region Västerbotten Holz zwischen dem mit Hafenkai und Bahnanschluss ausgestatteten Holz-Terminal von SCA in Gimonäs und der etwa 15 km entfernten Papierfabrik in Obbola bei Umeå.

Das kranlose Fahrzeug braucht für diese Strecke hin und zurück inklusive Be- und Entladung rund 75 Minuten. Sechs Fahrten täglich sind vorgesehen, die Batterien (624 kWh) lädt der Lkw in der Papierfabrik wieder auf. Die Reichweite gibt Scania bei 64 t Gesamtgewicht mit 250 km an. Das schwedische Forschungsinstitut Skogsforsk begleitet den Testeinsatz wissenschaftlich. Danach will SCA den E-Truck regulär weiter einsetzen.

CO2-neutral

SCA ist Europas größter privater Waldbesitzer und Hersteller von Schnittholzprodukten, Verpackungsmaterial und Zellstoff. Für den Konzern ist die Elektrifizierung des Straßentransports ein wichtiger Teil seiner Bemühungen, seinen CO2-Ausstoß zu verringern. SCA befördert jährlich rund 8,5 Mio. m3 Holz an die Industrie und setzt zusammen mit 87 Spediteuren 265 Holz-Lkw ein. „Wenn wir nur einen einzigen Elektro-Lkw zwischen Gimonäs und Obbola einsetzen, können wir unsere Kohlenstoffemissionen um etwa 55 000 kg pro Jahr reduzieren“, sagt Hans Djurberg von SCA. „Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, wie schnell die Dinge sowohl bei den Fahrzeugen als auch bei der Batterietechnik voranschreiten.“ Noch ist aber auch in Schweden die Ladeinfrastruktur nicht ausreichend ausgebaut.

Ein ausführlicher Artikel erschien in der August-Ausgabe der Forst & Technik und in der digitalen Ausgabe.

Gerlach Fronemann