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Im Pflanzenschutz wirken biologische Mittel nur selektiv und kurz, wodurch sich für den Pflanzenschutznur kleine Märkte erschließen lassen.

70 Jahre Forschung für den biologischen Pflanzenschutz

Das Institut für Biologischen Pflanzenschutz in Darmstadt, das zum Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) gehört, blickt auf 70 Jahre Forschung zurück.

„Es ist das einzige Forschungsinstitut in Deutschland, das sich ausschließlich dem biologischen Pflanzenschutz mit allen seinen Facetten widmet. Vor dem Hintergrund der kritischen Bewertung des Pflanzenschutzes in der Gesellschaft wird es auch in Zukunft sicher einen besonderen Stellenwert einnehmen“, so JKI-Präsident Dr. Georg F. Backhaus über das in Darmstadt angesiedelte Fachinstitut unter dem Dach des JKI. Das Institut ist eines von 17 Fachinstituten des Julius Kühn-Instituts (JKI), das als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zugeordnet ist.

Wirkmechanismen im biologischen Pflanzenschutz

Prof. Dr. Johannes Jehle, der jetzige Leiter des Fachinstituts, macht rückblickend auf 70 Jahre Forschung klar, dass ein langer Atem nötig ist, wenn man Kulturpflanzen gezielt ohne Chemie vor Krankheiten und Schädlingen schützen will. „Wir sind stolz darauf, dass unser Institut bis heute wissenschaftliche Pionierleistungen erbringt. Viele Erfolge bei der Entwicklung biologischer Mittel und Verfahren sind maßgeblich auf Forschungen des Instituts zurückzuführen bzw. wurden konzeptionell von unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begleitet“, sagt Jehle. Viele Arbeitsgebiete sind geblieben, weitere Fragestellungen hinzugekommen. So zum Beispiel, welche Wirkmechanismen und Interaktionen den biologischen Verfahren zugrunde liegen oder aktuell Untersuchungen zur funktionellen Biodiversität natürlich vorkommender Gegenspieler.

Jehle schaut positiv in die Zukunft, ist aber auch selbstkritisch: „Biologische Mittel wirken anders. Oft sind sie nur selektiv und kurz wirksam. Dieser Vorteil für Mensch und Umwelt ist leider der Grund dafür, dass Firmen, die sich auf solche Mittel spezialisieren, nur kleine Märkte erschließen können. Das birgt das Risiko, das aufgrund der sehr hohen Kosten für eine Zulassung viele Verfahren oder Mittel nicht bis zur Marktreife geführt werden. Einige biologische Substanzen wirken außerdem nur indirekt bzw. mehrere Mechanismen wirken zusammen, ein Umstand, der eine Zulassung nicht leichter macht.“

Am 8. November werden vergangene Erfolge, heutige Arbeiten und künftige Herausforderung während eines Festkolloquiums beleuchtet. Meilensteine aus 70 Jahren biologischer Pflanzenschutzforschung lassen sich im Internet nachvollziehen.

 

Das Julius Kühn-Institut (JKI) vereint 17 Fachinstitute an 10 Standorten in Deutschland. Hauptsitz ist Quedlinburg. Weitere Standorte sind Braunschweig, Berlin, Kleinmachnow, Dresden, Darmstadt, Dossenheim, Münster, Siebeldingen sowie Groß Lüsewitz. Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen ist eines von vier Forschungsinstituten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Red./Quelle: JKI

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