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Die Kohlenstoffspeicherung von bewirtschafteten und unbewirtschafteten Fichtenbeständen unter Berücksichtigung von Ausfallrisiken – Aussagen nicht nur über Bestände der montanen Zone

Quelle: Forstarchiv 84; 2, 52-64 (2013)
Autor(en): HÖLLERL S, BORK J

Kurzfassung: Wälder stellen im globalen Kohlenstoffhaushalt eine wichtige Kohlenstoffsenke dar. In der Vergangenheit wurde verschiedentlich untersucht, ob Bewirtschaftung eine positive oder eine negative Wirkung auf die Senkenleistung von Wäldern hat. In diesen Studien wurden jedoch mögliche Ausfälle durch Schneebruch, Windwurf oder Insektenbefall nicht berücksichtigt. Dies führt zu ungenauen Ergebnissen. Da beispielsweise Fichtenbestände sehr anfällig für Kalamitäten sind, stellt die vorliegende Untersuchung eine Kohlenstoffbilanz von bewirtschafteten und unbewirtschafteten Fichtenbeständen in der montanen Zone auf und bezieht dabei Ausfallwahrscheinlichkeiten ein. Es wurden rechnerische Überlebenswahrscheinlichkeiten von Fichtenbeständen für zwei Risikoniveaus verwendet. Die Bilanzierung wurde mit dem Programm CO2FIX durchgeführt, in das zwei Wuchsreihen von behandelten und unbehandelten Fichtenbeständen bis zum Alter von 120 Jahren eingespeist wurden. Die in CO2FIX nicht berücksichtigte Materialsubstitution wurde ergänzend berechnet. Kalamitäten wurden für moderate und hohe Ausfallrisiken kalkuliert. Zusätzlich wurden drei verschiedene Intensitäten der Aufarbeitung von Schadholz (90 %, 50 %, 0 %) berücksichtigt. Hieraus ergaben sich 6 Varianten. Die Resultate zeigen, dass Kalamitäten grundsätzlich eine negative Auswirkung auf die Kohlenstoffsequestrierung von Waldbeständen haben. Aufgrund unterschiedlicher Eintrittsmöglichkeiten von Kalamitäten streuen die Werte der Sequestrierung zum Teil erheblich, und die Mittelwerte liegen generell unter der Variante ohne Schadereignis. Je geringer die Aufarbeitungsrate von Schadholz, desto niedriger fallen die Mittelwerte aus, und desto größer wird die Streuung. Dabei sind die Werte der unbehandelten Wuchsreihe stärker von den Kalamitäten beeinflusst. In 5 der 6 betrachteten Varianten liegt die Kohlenstoffsequestrierung der unbehandelten Reihe unter derjenigen der behandelten. Besonders groß wird die Differenz, wenn man eine konsequente Nutzungsvariante (90 % Schadholzaufarbeitung) einer Stilllegungsvariante mit 0 % Aufarbeitung gegenüberstellt. Bei moderatem Risiko liegt die Sequestrierung der Nutzungsvariante bei 302,5 Mg C ha-1 ± 7,6 Mg C ha-1 gegenüber einer Speicherung von 268,4 Mg C ha-1 ± 27,2 Mg C ha-1 in der Stilllegungsvariante, bei hohem Ausfallrisiko bei 299,9 Mg C ha-1 ± 17,8 Mg C ha-1 (behandelt) gegenüber 234,4 Mg C ha-1 ± 61,6 Mg C ha-1 (unbehandelt). Die Ergebnisse sind näherungsweise auf das Flachland übertragbar, weil die untersuchten Fichtenreinbestände auf sehr wuchskräftigen Standorten stocken. Die Volumenentwicklung entspricht der Oberhöhenbonität zwischen 32 und 36 nach Assmann und Franz (1963) für mittleres Ertragsniveau.


Carbon storage of managed and unmanaged spruce stands (Picea abies [L. Karst.]) considering hazard risks – conclusions not only on stands of the montane zone

Abstract: In global carbon cycle forests are an important carbon sink. In the past it has been variously studied, whether management of forests lowers or raises this sequestration effect of forests. However possible hazards caused by snow breakage, windthrow or insects were not included in these surveys. This leads to imprecise results. Especially spruce stands are very susceptible to hazards. Therefore in this study a carbon balance of treated and untreated spruce stands in the montane zone of the Bavarian Alps was calculated including hazard risks. Calculative survival probabilities for two different levels of risk were used. The balance was calculated using the software CO2FIX. Two growths series of managed and unmanaged spruce stands up to the age of 120 years were entered into the program. As the substitution of energy intensive products by wood products is not included in CO2FIX this effect was calculated separately. Calamities were calculated using moderate and high hazard risks. Additionally three levels of salvage logging (90%, 50%, 0%) were considered. That makes six different scenarios. The results show that calamities basically have a negative effect on carbon sequestration of forests. Taking hazard risks into account the values of sequestration have a remarkable statistical spread. The mean values are generally lower than in calculations without hazard risk. The lower the rate of salvage logging the lower the mean values and the higher the statistical spread. The values of the unmanaged stands are more influenced by calamities. At five of six scenarios the carbon sequestration of unmanaged stands is lower than in managed stands. The difference is particularly high if one compares a management option with 90% salvage logging with an option of nature conservation with 0% salvage logging. At moderate hazard risk the management option reaches a sequestration of 302.5 Mg C ha-1 ± 7.6 Mg C ha-1 ± compared to a sequestration of 268.4 Mg C ha-1 ± 27.2 Mg C ha-1 ± in the nature conservation option, at high hazard risk 299.9 Mg C ha-1 ± 17.8 Mg C ha-1 (managed) compared to 234.4 Mg C ha-1 ± 61.6 Mg C ha-1 (unmanaged). The results are transferable to the plains as the surveyed montane spruce stands grow on good sites. The development of standing volume in this stands is comparable to the development in site class 32 to 36 after Assmann and Franz (1963).

© DLV München

 

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