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Ein Waldpädagogentreffen ist ohne Außentermin nicht vorstellbar ? Teilnehmer am 5. Niedersächsischen Waldpädagogentreffen. Foto: Niedersächsische Landesforsten

5. Niedersächsisches Waldpädagogentreffen

Sechzig zertifizierte Waldpädagoginnen und Waldpädagogen aus Niedersachsen trafen sich im Februar für zwei Tage in Westerstede zu ihrem jährlichen Fortbildungstreffen.

„Wir treffen uns stets vor der eigentlichen Waldpädagogiksaison und motivieren uns gegenseitig mit immer neuen Ideen“ begeistert sich die Ammerländer Waldpädagogin und Mitorganisatorin Imke Reiners für diese Tagung.
Hilke Hinrichs, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, begrüßte die Teilnehmer im Westersteder Hössen-Sportzentrum. Für Westerstede, die „Wohlfühlstadt im Grünen“ sei die Erhaltung von Natur und Grün ein hohes Gut und so habe man dafür eigens ein Leitbild entwickelt. Sie betonte, wie wichtig es sei, gemeinsam die Begeisterung für Wald und Landschaft zu erhalten und nicht zu vergessen, dass die helfende Hand des Menschen in der Natur oft nötig sei.
Für das Waldpädagogikzentrum Weser-Ems der Niedersächsischen Landesforsten hießen Regina Dörrie und Wibeke Schmidt die Teilnehmer willkommen und stellten die umfangreiche Arbeit des Waldpädagogikzentrum vor, welches selbst mit einem guten Dutzend Waldpädagoginnen und Waldpädagogen kooperiert. „Wir haben in Weser-Ems sehr viele Schüler aber wenig Wald, umso wichtiger ist es den Wald für das Lernen aber auch als Sinnes- und Bewegungsraum zu öffnen“, schildert Dörrie das Ziel der Landesforsten für die Region. Damit einher gehe die Förderung von Selbstbewusstsein, Selbständigkeit und Wissen für die Kinder und Jugendlichen.
Für den Landesverband Niedersachsen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald war Philipp Schomaker gekommen, um die im letzten Jahr ausgeloteten Zusammenarbeitsmöglichkeiten zwischen SDW und den Waldpädagogen vorzustellen.
Aus den Workshops
In verschiedenen Workshops konnten sich die Waldpädagogen dann aus einer breiten Themenpalette informieren. Bei den langjährigen Waldpädagoginnen Christiane Neugebauer und Susanne Eilers ging es um die Entwicklung neuer Waldspiele bzw. den Einsatz von Handpuppen in der Bildungsarbeit. Jessica Damast von den Niedersächsischen Landesforsten stellte die neue Waldnutzungsform Energieholz vor. Die Waldpädagoginnen Sylke Meyer und Angelika Gremm erläuterten den Einsatz des auch kontrovers gesehenen „Wolfskoffers“, der von der Bildungsinitative „Wölfen auf der Spur“ von der Landesjägerschaft und dem SCHUBZ Umweltzentrum in Lüneburg und weiteren Partnern entwickelt wurde.
Als externe Referenten informierten Jörg Beck vom Ameisen-Erlebniszentrum Soltau über die Möglichkeiten der Umweltbildung mit dem Thema Ameisen. Professor Jürgen Rust von der HAWK in Göttingen informierte als Fachmann über die Körpersprache die zur Körpersprache der Bäume und seine Frau Catherina Rust, Diplom-Forstwirtin und Umweltpädagogin widmete sich dem schwierigen Thema des Baumerkennens im Winter.
Ein ganz anderes Winterthema beleuchtete Forstwissenschaftlerin Sabine Ammer von der Universität Göttingen. Um Waldbesucher in den Winterwald zu locken, widmete sie sich der Frage „Raus aus dem Winterblues – Rein in den Wald“ basierend auf den wichtigsten neurobiologischen Erkenntnissen aus der Depressionsforschung.
Für den Auricher Landschaftsplaner und Waldpädagogen Matthias Bergmann war der Wald als Kulturlandschaft in dem man Geschichte erlebbar macht Vortragsthema, mit vielen Beispielen aus den historischen Waldgebieten in Ostfriesland.
Kein Waldpädagogentreffen ohne Außentermin
Da ein Waldpädagogentreffen ohne Außentermin nicht vorstellbar ist, ging es außerdem auf Exkursion in das wiedervernässte Bockhorner Moor mit alten Torfkuhlen und in den Neuenburger „Urwald“, einem seit 150 Jahren aus der Nutzung genommenen ehemaligen Eichen-Hutewald.
„Seit 2010 haben die Niedersächsischen Landesforsten im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums etwa 360 Waldpädagogen ausgebildet und zertifiziert, die Waldumweltbildung in vielfältiger Weise vor Ort zumeist in Kooperation mit den Landesforsten anbieten“, zieht Birte Schmetjen Bilanz. Die freiberuflich tätige Diplom-Forstwirtin führt seit Beginn die Waldpädagogikausbildung im Auftrag der Niedersächsischen Landesforsten durch und sorgt ehrenamtlich für die Vernetzung der niedersächsischen Waldpädagogen durch die jährliche Fortbildungstagung.
Niedersächsische Landesforsten, Rainer Städing
Ein Waldpädagogentreffen ist ohne Außentermin nicht vorstellbar ? Teilnehmer am 5. Niedersächsischen Waldpädagogentreffen. Foto: Niedersächsische Landesforsten Teilnehmer am 5. Niedersächsischen Waldpädagogentreffen. Foto: Niedersächsische Landesforsten Am Exkursionspunkt Neuenburger Urwald. Foto: Niedersächsische Landesforsten

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