Forstpolitik

5 Jahre Pariser Klimaschutzabkommen – was wurde erreicht?

von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Die Waldbesitzer in Deutschland heben anlässlich des 5. Jahrestages des Pariser Klimaabkommens die Klimaschutzleistung ihrer Wälder hervor und erneuern ihre Forderung nach einem Entgelt für deren CO2 Speicherung.

„Als größter CO2-Senker überhaupt ist die Forstwirtschaft «Stakeholder Nr.1» in Sachen Klimaschutz des Landes“, erklärt Max Elverfeldt, Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Deutschlands Wälder speichern 58 Mio. t CO2 pro Jahr. Zusätzlich werden durch Holzverwendung und Substitutionen jedes Jahr weitere 69 Mio. t CO2 gebunden. Doch die Waldbesitzerverbände warnen mit Blick auf die ambitionierten nationalen und europäischen Klimaziele: „Den permanenten Kraftakt, der hinter diesem Beitrag zur nationalen Klimaschutzanstrengung steckt, können Deutschlands Waldbauern nicht länger alleine stemmen“.

Schlüssiges Modell für CO2-Bepreisung

Rechnerisch steht jeder Hektar Wald zwischen Eifel und Erzgebirge im Jahresdurchschnitt für acht Tonnen absorbiertes CO2. Das entspricht ziemlich genau der Pro-Kopf-Emission pro Jahr und Einwohner in Deutschland. In Summe erbringen die 11,4 Mio. ha nachhaltig bewirtschafteter Wälder zwischen Bayern und Schleswig-Holstein so eine Klimaschutzleistung von jährlich 127 Mio. t CO2. „Mit dem Einstieg in eine CO2-Bepreisung ist es logisch und gerecht, dass auch die CO2-Speicherung einen Preis erhält“, erklärt Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Ein schlüssiges Modell liegt seit längerem auf dem Tisch. Es orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird.

Gerechte Entlohung der Klimaschutzleistungen

Mit dem festgelegten CO2-Preis von anfänglich 25 € würde die Klimaleistungsprämie danach 112,50 € pro Jahr und Hektar betragen. Gemessen am Finanzplan der Bundesregierung, der 26,8 Mrd. € Klimainvestitionen aus dem Energie- und Klimafonds vorsieht, entspricht die Forderung der Waldbesitzer bezogen auf 11,4 Mio. ha Wald nicht einmal fünf Prozent. Der Wald und seine vielseitigen Klimaschutzleistungen stehen vor großen Herausforderungen. Um für die Gesellschaft und die Natur auch künftig den Erhalt dieser Leistungen sicherstellen zu können, bedarf es einer gerechten Entlohnung der Klimaschutzleistungen. Deshalb fordern wir ab sofort, gemeinsam mit über 2 Millionen Waldbesitzenden, eine gerechte Entlohnung der Klimaschutzleistungen unserer Wälder.

Wald und Holz leisten entscheidenden Beitrag

Auch der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) e.V. meldet sich zum 5. Jahrestag des Pariser Klimaschutzabkommens zu Wort. Wald und Holz leisten zu diesen Zielen bereits seit langem einen entscheidenden Beitrag. Dafür ist es jedoch unerlässlich, die Waldbewirtschaftung in Europa zu stärken und die Potentiale einer nachhaltigen Holzverwendung konsequent auszuschöpfen. „Bereits vor dem Übereinkommen von Paris konnten Forst und Holz in Deutschland als Vorbild einer klimafreundlichen Wirtschaft gelten. Eine nachhaltige Waldwirtschaft und ressourceneffiziente Verarbeitungsprozesse sorgen dafür, dass der nachwachsende Rohstoff Holz klimafreundlich genutzt werden kann,“ erklärt Julia Möbus Geschäftsführerin des DeSH. „Unsere Wälder werden bereits seit 300 Jahren nachhaltig bewirtschaftet. Holzverwendung trägt heute aktiv zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels bei,“ erläutert Möbus weiter.

Holz – Klimafreundlich in jeder Hinsicht

Durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und die Holzverwendung werden jährlich rund 14 % von Deutschlands Treibhausgasemissionen vermieden. „Dabei leistet Holz auf vielen Ebenen einen Klimaschutzbeitrag: als Baustoff begleitet es uns auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand, als natürlicher und nachwachsender Rohstoff lässt es sich problemlos recyceln und somit einer mehrmaligen Nutzung zuführen, Rest- und Abfallprodukte dienen der CO2-neutralen Energiegewinnung, so Möbus weiter.

Potentiale der Holzverwendung ausschöpfen

„Wollen wir die Ziele erreichen, die wir uns 2015 gesteckt haben, gilt es die Klimaschutzleistungen von Wald und Holz nicht zu beschränken, sondern aktiv zu fördern. Die globale Erwärmung fordert Antworten und Strategien. Eine Beschränkung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in Europa, wie durch die EU-Biodiversitätsstrategie geplant, wäre daher der grundsätzlich falsche Weg. Denn die Wald und Holzverwendung bergen noch große Potentiale für eine klimafreundliche Zukunft,“ betont Möbus abschließend.

Mehr erfahren: www.wald-ist-klimaschuetzer.de und www.saegeindustrie.de

 

 

Quelle: Familienbetriebe Land und Forst/DeSH