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5.000 ha Naturwälder für Bayern

Vier größere staatliche Waldgebiete in Bayern sollen als Naturwälder ausgewiesen und damit dauerhaft unter Schutz gestellt werden. Es handelt sich um drei ökologisch besonders wertvolle Buchen-Mischwälder im Steigerwald, auf der Fränkischen Platte bei Würzburg und der Frankenalb bei Kelheim sowie weite Teile der Isar-Auwälder zwischen München und Landshut.

Insgesamt sind es fast 5.000 ha Wald, die ab sofort nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. Die neuen Naturwälder sind Teil eines bayernweiten Netzwerks, das in den bayerischen Staatswäldern eingerichtet wird. Forstministerin Michaela Kaniber: „Wir geben diese ganz besonderen, urtümlichen Wälder der Natur zurück, damit sie sich frei und ungestört entwickeln können.“ Bereits im Herbst 2019 hatte Kaniber in einem ersten Schritt angekündigt, 960 ha Auwald bei Neuburg a. d. Donau als Naturwald unter den Schutz des Bayerischen Waldgesetzes zu stellen.

Biologische Vielfalt in den künftigen Naturwäldern

Der große ökologische Wert und die einzigartige biologische Vielfalt in den künftigen Naturwäldern sind der Ministerin zufolge ganz maßgeblich auch der vorausschauenden und schonenden Waldbewirtschaftung durch die Bayerischen Staatsforsten zu verdanken. „Jetzt aber wollen wir in diesen außergewöhnlichen Wäldern noch einen Schritt weitergehen,“ so Kaniber: „Wir lassen sie zu wilden Wäldern werden und damit auch zur Heimat für seltene Pflanzen und Tiere, die auf größere unberührte Flächen angewiesen sind.“ Das Betreten der Wälder bleibt laut Kaniber weiter erlaubt, sie ermunterte sogar, künftig geplante Bildungsangebote intensiv zu nutzen: „Wir wollen die wilde Waldnatur, die fantastische Artenvielfalt und das ständige Werden und Vergehen für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar machen.“

Lob und Tadel vom Naturschutz

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt, dass die Staatsregierung weitere Naturwälder schützen will. Dazu Richard Mergner, BN-Landesvorsitzender: „Vier Jahre nach Vorlage der Naturwaldstudie von BUND Naturschutz und Greenpeace und ein Jahr nach dem erfolgreichen Volksbegehren gehen Forstministerin Michaela Kaniber und die Staatsregierung nun einen wichtigen ersten Schritt zum Schutz des bayerischen Waldnaturerbes. Gleichzeitig bedauert der BN, dass wichtige, ökologisch wertvolle Staatswälder im Steigerwald, Spessart, Ammergebirge und Gramschatzer Wald weiterhin nicht als Naturwald geschützt werden. „Wir werden deshalb für diese Gebiete und weitere Naturwälder kämpfen und insbesondere unser Engagement für einen Nationalpark Steigerwald verstärken“ so Martin Geilhufe, BN-Landesbeauftragter. 

 

Infos zu den Naturwäldern in Bayern

 

StMELF/BN

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