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400 ha Wald für Kernzone im Biosphärenreservat Rhön

Hessen wird als erstes Bundesland seiner Verpflichtung zum Erhalt des länderübergreifenden Biospärenreservats Rhön nachkommen. „Die Landesregierung wird in diesem und im nächsten Jahr bis zu 2 Millionen Euro für das Biosphärenreservat zur Verfügung stellen“, kündigte Lautenschläger am 11. August auf der Ruine Auersburg in der Gemeinde Hilders an. Noch in diesem Jahr werden 140 Hektar (überwiegend) Staatswald ausgewiesen. Daneben werden  Verhandlungen mit den kommunalen und privaten Waldbesitzern aufgenommen, um die weiteren Kernzonen zu erbringen. Für den erforderlichen Grunderwerb und Ausgleichszahlungen werden die 2 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
 
„Damit werden wir auf jeden Fall den Forderungen der UNESCO nachkommen, bis 2013 drei Prozent der Gesamtfläche des Biosphärenreservates als Kernzone auszuweisen“, so Lautenschläger. Auf diesen Flächen soll sich die Natur möglichst ungestört entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung ist deshalb nicht erlaubt.
 
 
Biosphärenreservat Rhön
 
Die Rhön ist das einzige Biosphärenreservat Hessens. Es wurde im März 1991 von der UNESCO international anerkannt. Bei einer Gesamtfläche von 186.206 Hektar entfallen 64.831 Hektar auf Hessen (34,8 Prozent), 72.802 Hektar auf Bayern (39,1Prozent) und 48.573 Hektar auf Thüringen (26,1 Prozent). Nach den Kriterien der UNESCO müssen die deutschen Biosphärenreservate über einen Kernzonenanteil von mindestens 3 Prozent ihrer Fläche verfügen. Sollten diese bis zur nächsten anstehenden Überprüfung im Jahr 2013 nicht zur Verfügung stehen, ist damit zu rechnen, dass dies zu einer Aberkennung des Titels führt.

Der hessische Teil verfügt mit derzeit 2,4 Prozent (entspricht rd. 1.556 Hektar) über den höchsten Kernzonenanteil der drei Länder. Zur Erfüllung des 3 Prozent Kriteriums fehlen derzeit rd. 390 Hektar. Noch in diesem Jahr wird das Regierungspräsidium Kassel hierfür in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst rund 140 Hektar, überwiegend Staatswald, ausweisen. Staatsministerin Lautenschläger begrüßt den Vorschlag des Vereins „Natur- und Lebensraum Rhön“ zum Kernzonenkonzept. Er sei regional ausgewogen, repräsentiert die verschiedenen Waldbesitzarten und berücksichtigt naturschutzfachliche Aspekte.

Neben der Ausweisung von Flächen des Staatswaldes werden nun die Verhandlungen mit den kommunalen und privaten Waldbesitzern aufgenommen, um die weiteren Kernzonen zu erbringen. Für den erforderlichen Grunderwerb und Ausgleichszahlungen werden bis zu 2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Ministerin Lautenschläger zeigte sich zuversichtlich, dass sich auch die Kommunen mit der Bereitstellung von Flächen für Kernzonen beteiligen werden, nachdem nunmehr klar ist, dass das Land die nötigen Ausgleichsmittel zur Verfügung stellen wird.

Alle diese Maßnahmen werden dazu beitragen, die markante Mittelgebirgslandschaft der Rhön mit ihren waldfreien Hochlagen und Kuppen zu erhalten“, so Lautenschläger. „Das „Land der offenen Fernen“ hat für die regionale Identität eine herausragende Bedeutung.

 

Die Flächen für das Kernzonenkonzept

Staatswald:

  1. in bestehenden Naturschutzgebieten (NSG)    143 ha
    • NSG Milseburg    26,6 ha
    • NSG Bieberstein bei Langenbieber    6,1 ha
    • NSG Stellberg bei Wolferts    19,8 ha
    • NSG Schwarzwald bei    47,9 ha
    • NSG Ulsteraue    13,4 ha
    • NSG Schwärzelsberg    ca.  30   ha
  2. weitere landeseigene Flächen (NSG geplant):    15 ha
    • Hübelsberg    8,4 ha
    • Dachberg bei Rasdorf    6,2 ha
  3. von Poppenhausen bereit gestellt (Kommunalwald, Kompensation):    8 ha
    • Weiherkuppe bei Sieblos
  4. von Petersberg und Künzell bereit gestellt (Privatwald, Kompensation):    34 ha
    • Höllwald bei Rodenbach
 
Summe der bereits verfügbaren Flächen für Kernzonen:    200 ha

Darüber hinaus sollen aus Kommunal- und Privatwaldbesitz  200 ha zur Verfügung gestellt werden.

Als weitere Option stehen bereits heute 50 Hektar Staatswald zur Verfügung, falls mit anderen Waldbesitzern keine Einigung erzielt würde.

 

HMUELV

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