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4. Forstbericht für den Freistaat Sachsen vorgelegt

Der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, hat am 23.1.2014 den 4. Forstbericht der Sächsischen Staatsregierung für den Berichtszeitraum 1.1.2008 bis 31.12.2012 vorgestellt. „Wald und Forstwirtschaft im Freistaat Sachsen haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt“, sagte Minister Kupfer. Die Waldfläche habe deutlich zugenommen und das wirtschaftliche Umfeld für die Forstbetriebe sich spürbar verbessert.
Die Waldfläche im Freistaat beträgt 524.627 ha. Das sind 28,4 % Waldanteil an der Landesfläche. „Unserem Ziel von 30 % nähern wir uns langsam aber stetig“, so der Minister. Den Waldflächenverlusten von 953 ha für Gewerbe-, Industrie- und Verkehrsflächen sowie für Rohstoffabbau steht eine geregelte Zunahme von Wald in Höhe von 2036 ha gegenüber. Die größten Anteile haben hier Erstaufforstungen (1405 ha) und die Rekultivierung von Kippenflächen (359 ha).
„Außerdem haben wir den Waldumbau hin zu stabilen und leistungsfähigen Mischwäldern zielgerichtet fortgeführt“, sagte Kupfer. „Pro Jahr haben wir auf gut 1300 ha vor allem Rotbuchen, Eichen und Weißtannen gepflanzt, die mit dem Klimawandel und den zu erwartenden extremen Wetterereignissen besser klarkommen.“
Die Forstwirtschaft im Berichtszeitraum ist von einer hohen bis sehr hohen Nachfrage nach Waldholz und steigenden Preisen gekennzeichnet. Vor allem ab 2010 wurde für sächsisches Holz so viel bezahlt, wie seit 1990 nicht mehr. Der Preis für Stammholzabschnitte der Baumart Fichte ist von 2008 bis 2012 von knapp 60 €/m³ auf über 70 €/m³ gestiegen. Der Holzeinschlag in den sächsischen Wäldern ist mit schätzungsweise 2 Mio m³ im Jahr gleichgeblieben.
Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat im Berichtszeitraum jährlich rund 17000 Beratungsgespräche mit privaten und körperschaftlichen Waldbesitzern geführt, vor allem zu den Themen Waldpflege, Waldumbau und Schadensbeseitigung nach Stürmen. „Die Beratung und Betreuung durch Sachsenforst ist auch weiterhin unverzichtbar“, so der Minister. „Nur so ist es den rund 85000 privaten und körperschaftlichen Waldbesitzern möglich, ihre oft nur wenige Hektar großen Waldflächen ordnungsgemäß zu bewirtschaften.“
Einen höheren Stellenwert als noch im vorangegangenen Berichtszeitraum nimmt die Waldpädagogik ein. Im Jahr 2012 haben 19 Waldpädagogen ihre Zertifikatsfortbildung beendet, bei der sie gelernt haben, wie sie vor allem Kindern und Jugendlichen die Themen Wald, Forstwirtschaft, Holz und Jagd nahebringen. Der zweite Kurs ist gestartet. „Ich freue mich, dass es diese bundesweit anerkannte Fortbildung auch in Sachsen gibt“, sagte Kupfer. „Vor allem Kindern und Jugendlichen müssen wir ein breit gefächertes Wissen über den Wald und die nachhaltige Nutzung des Waldes vermitteln. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der unsere Wälder vor große Herausforderungen stellt. Für die qualitätsvolle Vermittlung dieses Wissens brauchen wir hervorragend geschulte Fachleute. Deswegen ist die Einführung des Waldpädagogikzertifikatslehrgangs sinnvoll und notwendig.“
Der Forstbericht findet sich hier zum Herunterladen.
SMUL

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