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Langfristige Auswirkungen der Waldkalkung auf Bodenzustand, Sickerwasser und Nadelspiegelwerte von drei Versuchsanlagen in Rheinland-Pfalz

Quelle: Forstarchiv 85; 2, 35-46 (2014)
Autor(en): GREVE M

Kurzfassung: Begleitend zu der Kalkung in Rheinland-Pfalz wurden 1988 drei Versuchsanlagen im „vergleichenden Kompensationsversuch“ mit Kalksteigerungsvarianten von 3 bis 15 t Dolomit ha-1 und Kontrollparzellen eingerichtet, um Wirksamkeit und Ökosystemverträglichkeit der Bodenschutzkalkung zu untersuchen. 23 Jahre nach der Kalkung wurde eine erneute Beprobung der Humusauflage und des Mineralbodens durchgeführt und wurden Nadelproben des aufwachsenden Bestandes genommen. Zusätzlich wurden die Element-Konzentrationen sowie abgeleitete Stresskennwerte des seit Versuchsbeginn analysierten Sickerwassers untersucht. Eine langfristige Wirkung konnte bei jeder Variante festgestellt werden, die sich gegenüber den unbehandelten Kontrollflächen in einer höheren Basensättigung und signifikant größeren austauschbaren Magnesium- und Calciumvorräten darstellt. Die Analysen des Sickerwassers zeigen einen Anstieg des Aziditätgrads und ein hohes Risiko für Aluminium-Toxizität auf den Kontrollen im Untersuchungszeitraum, was durch die Kalkung deutlich und langfristig gemindert wird. Allerdings steigen, je nach Versuchsanlagen unterschiedlich ausgeprägt, die Nitrat- und DOC-Konzentrationen nach der Kalkung an. Magnesium wurde auf allen Versuchsanlagen schneller als Calcium in den Mineralboden verlagert. Die Kaliumvorräte werden hingegen von der praxisüblichen Kalkung nicht signifikant beeinflusst. Dies gilt auch für die Kalium- Konzentrationen in den Nadeln, wohingegen auf allen Versuchsanlagen die Bäume der Kalkungsvarianten erhöhte Calciumund Magnesium-Konzentrationen aufweisen. Die Kalkung beeinflusst auch nach 23 Jahren die bodenchemischen Parameter der Festphase und des Sickerwassers sowie die Ernährung des aufstockenden Bestandes, allerdings nähert sich der Zustand der mit 3 t ha-1 behandelten Varianten wieder dem Zustand der unbehandelten Kontrollparzellen an.


Long-term effects of forest liming on soil condition, seepage water and element concentrations in needles of three study plots in Rhineland-Palatinate

Abstract: In 1988 three study plots with different liming treatments from 3 to 15 t dolomite ha-1 and control plots have been established to investigate the effectivity of liming and its impacts on forest ecosystems. Soil samples and samples of the organic layers were collected 23 years after liming as well as of needles of the trees. Additionaly the element concentration and derived stress parameters of the seepage water, which is sampled since beginning of the experiment, were inspected. The exchangeable nutrient stocks of calcium and magnesium as well as base saturation increased in the long term after each liming treatment in comparison to the control. The percentage of acid cations and protons in the seepage water and the risk for aluminum toxicity increased for the control plots since beginning of the experiment whereas these parameters were lowered by liming. But nitrate and DOC concentration increased after liming treatment in different intensity for the three study plots. Magnesium was faster transported into the mineral soil than calcium. No significant effect of generaly applied amount of lime on potassium stocks could be observed. This also applies for potassium concentration in needles. However calcium and magnesium concentration in needles of the limed plots were higher compared with the control. 23 years after liming there is still an effect on the chemical parameters of the soil and on the seepage water and also on forest nutrition. Even though the status of the plots treated with 3 t ha-1 slightly approaches again the status of the control plots.

© DLV München

 

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