WaldÖkologie

Naturwälder in Hessen sollen Naturschutzgebiete werden

von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Sie sind schön und abwechslungsreich. Manch einer regte auch schon bekannte Dichter zu tiefgreifenden und ehrfurchtsvollen Gedichten an. Die Rede ist von Naturwäldern.

Besonders für die Artenvielfalt sind Naturwälder wichtig. Es handelt sich hierbei um Wälder, die sich ohne den Einfluss des Menschen entwickeln können. Um die biologische Vielfalt besser schützen zu können, braucht es mehr Wälder mit alten Bäumen, die vielen Arten einen Lebensraum bieten können. Bisher entwickeln sich auf 3,8 % des hessischen Waldes Lebensgemeinschaften natürlichen Ursprungs.

Anhörungsverfahren gestartet

Nun sollen 34 dieser Naturwälder im hessischen Staatswald Naturschutzgebiete werden. Das bedeutet, dass der Mensch dort überhaupt nichts mehr verändern darf. Es gilt quasi ein Verbot für jegliche Handlungen, die den Wald in irgendeiner Weise schaden können. So soll es möglich sein, dass bedrohte Tier- und auch Pflanzenarten ungestört leben können. Mittlerweile ist in Hessen das Anhörungsverfahren für den dauerhaften Schutz von sieben Gebieten gestartet.

Stärkung der Biodiversität

„Wir haben in den vergangenen Jahren 10 % des hessischen Staatswaldes als Naturwälder ausgewiesen. Dort findet keine Waldbewirtschaftung mehr statt und die Natur wird sich weitestgehend selbst überlassen. Damit die größeren der Gebiete auch dauerhaft unberührte Naturwälder bleiben, wollen wir die Flächen über 100 ha als Naturschutzgebiete ausweisen. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet ist der wirksamste und beste Schutz für die Natur und stärkt die Biodiversität in den hessischen Wäldern“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute.

Ungestörte Entwicklung der Natur

Insgesamt 34 Naturwälder mit einer Größe von 100 bis 1.300 ha wurden im Auftrag des Umweltministeriums vom Landesbetrieb Hessen Forst ausgewählt. Für diese Flächen wird ein besonderer Schutzstatus angestrebt. „In den Naturwäldern kann sich die Natur ungestört beispielsweise zu alten Buchenwäldern und besonders seltenen Waldtypen wie Erlenbrüchen, Auewäldern und Trockenwäldern entwickeln. Sie sind ein idealer Rückzugsort für besonders störungsempfindliche Arten wie Schwarzstorch oder Waldfledermäuse. Sie bieten außerdem einen optimalen Lebensraum für verschiedene Vogel- und Käferarten, die in Totholz leben. Mit dem besonderen Status als Naturschutzgebiet, dass diese ungestörte Naturentwicklung dauerhaft rechtlich abgesichert ist“, ergänzte die Ministerin.

Infos zur natürlichen Waldentwicklung

Nutzungsverzicht für mehr Artenvielfalt 

Quelle: Text aus PM Ministerium Hessen und NABU