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Am 3. März 1714 verstarb Hans Carl von Carlowitz. Seine „Sylvicultura oeconomica“ beschreibt eine nachhaltige Forstwirtschaft, bei der nur so viel Holz geerntet wird, wie wieder nachwächst.

305. Todestag von Hans Carl von Carlowitz

Am 3. März 1714, vor 305 Jahren, verstarb Hans Carl von Carlowitz in Freiberg im Erzgebirge. Er formulierte  1713 erstmals das Prinzip der Nachhaltigkeit und revolutionierte damit den Umgang mit Ressourcen.

Der sächsische Oberberghauptmann beschrieb vor über 300 Jahren das Prinzip des „nachhaltenden“ Umgangs mit Ressourcen am Beispiel der Wälder. Anlass war der besorgniserregende Zustand der regionalen Forste, die durch rücksichtslosen Raubbau in einem desaströsen Zustand waren. Sachsen war zur damaligen Zeit die größte Montanregion Europas und benötigte große Mengen an Holz zum Bergbau sowie als Energieträger.

Erstes Lehrbuch der deutschen Forstwissenschaft

Von Carlowitz beschrieb seine Idee der „nachhaltenden Nutzung“ in der „Sylvicultura oeconomica“, dem ersten grundlegenden Lehrbuch der deutschen Forstwissenschaft, das 1713 auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde. Das 432-seitige Werk mit dem Untertitel „Hauswirthliche Nachricht und Naturgemäße Anweisung zur Wilden Baumzucht“ veränderte zunächst die deutsche, später auch die internationale Forstwirtschaft, um dann von den Vereinten Nationen (UN) zum Ende des letzten Jahrhunderts als „Sustainable Development“ übernommen zu werden.

„Angesichts der Folgen des Klimawandels ist das in der Forstwirtschaft entwickelte Nachhaltigkeitsprinzip relevanter denn je und mahnt uns zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in allen Lebensbereichen. Die natürliche Waldverjüngung und der Waldumbau zum klimatoleranten Mischwald, die heute in der Thüringer Forstwirtschaft praktiziert werden, sind die Weiterentwicklung der Ideen von Hans Carl von Carlowitz“, sagte Thüringens Forstministerin Birgit Keller. „Die Carlowitz´schen Ideen für einen „schonenden Umgang mit der gütigen Natur aus Verantwortung für künftige Generationen“ haben sich zum Prinzip der Nachhaltigkeit entwickelt, das heute als zukunftsfähiges gesellschaftliches Leitbild weltweit Beachtung findet“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand.

Carlowitz starb kurz nach Vorstellung seines Buches. Seit 2003 wird an der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg jährlich der „Hans-Carl-von-Carlowitz-Preis“ an herausragende Studenten und Nachwuchswissenschaftler vergeben.

 

 

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