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Waldforschung überwindet Grenzen

Waldforschung überwindet Grenzen

Rheinland-Pfalz und das Saarland werden künftig bei der Erstellung des jährlichen Waldzustandsberichts zusammen arbeiten. Ein entsprechendes Verwaltungsabkommen haben die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken und ihre saarländischer Kollege Reinhold Jost am 5. Juni anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt unterzeichnet. „Für die Waldforschung sind Staatsgrenzen kein Hindernis. Dass sich die Zusammenarbeit mit anderen Ländern für unsere Wälder fruchtbar auswirkt und dabei ganz im Sinne der Nachhaltigkeit Ressourcen gespart werden, beweisen zahlreiche bestehende Kooperationen der Forschungsanstalt“, sagte Höfken.

30 Jahre Waldforschung in Trippstadt
 
Höfken erinnerte an die Ursprünge der Forschungsanstalt Anfang der 80er-Jahre: „Das Waldsterben beherrschte damals die Schlagzeilen und war für die Landesregierung in Deutschlands waldreichstem Bundesland Anlass, den Ursachen auf den Grund zu gehen.“ 1983 wurde am Forstamt Idar-Oberstein eine Projektgruppe für „Immissionsbedingte Waldschäden“ eingerichtet – die Keimzelle der Forstlichen Versuchsanstalt Rheinland-Pfalz, die 1984 gegründet wurde und 1987 ins Trippstadt Schloss einzog. „Galt vor 30 Jahren das Waldsterben als große Herausforderung der Umweltpolitik, so ist dies heute der Klimawandel“, stellte Höfken fest. Die drei Jahrzehnte zurück reichenden Datenzeitreihen der Waldforscher seien die Basis für den Umbau der Wälder zu naturnahen, stabilen Mischwäldern. Darüber hinaus erarbeite das 2010 an der Forschungsanstalt eingerichtete Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen Anpassungsstrategien, die zum Beispiel auch für die Landwirtschaft von Nutzen seien.

„Der Rohstoff Holz ist heute so wertvoll wie nie. Deshalb müssen wir in Zusammenarbeit mit der Fortwirtschaft die Grenzen der Nutzung definieren“, sagte Höfken. Neben den berechtigten Interessen der Holzwirtschaft gelte es auch, die Wälder als Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Mit dem grenzüberschreitenden Nationalpark Hunsrück-Hochwald leisteten Rheinland-Pfalz und das Saarland einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie. „Die Trippstädter Forschungsanstalt wird die Forschung und das Monitoring im zukünftigen Nationalpark in Zusammenarbeit mit Hochschulen verantworten“, so Höfken. Ein Ziel sei es, daraus Erkenntnisse für den Erhalt der Artenvielfalt auch in Wirtschaftswäldern zu gewinnen.

MULEWF

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