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Wachstum der Douglasie abhängig von Ausgangspflanzenzahl und Pflanzverband

Quelle: Forstarchiv 85; 1, 3-15 (2014)
Autor(en): WELLER A, SPELLMANN H

Kurzfassung: Die Douglasien-Standraumversuche Hagenbach (Rheinland-Pfalz) und Frankenberg (Hessen) werden vergleichend bis zum Alter 35 Jahre ausgewertet. Folgenden Untersuchungsfragestellungen wird nachgegangen: (1) Wie beeinflussen Ausgangspflanzendichte, Pflanzverband und unter Berücksichtigung der Bonität sukzessive erweiterte Standräume die Produktionsleistung der Douglasie? (2) Welche Auswirkungen haben Bestandesbegründung und Durchforstung auf die Bestandesstabilität? (3) Welchen Einfluss besitzen Bestandesbegründung und Durchforstung auf das Qualitätsmerkmal Ästigkeit? Untersucht werden 9 Pflanzverbände, die zu 1.000, 2.000 und 4.000 Douglasien je Hektar führen. Während in Frankenberg alle Versuchseinheiten abweichend vom Versuchskonzept im Sinne einer freien Auslesedurchforstung behandelt wurden, erfolgte die Versuchssteuerung in Hagenbach quantitativ im Anhalt an eine Baumzahlleitkurve. Eingriffszeitpunkt und -stärke wurden durch die Oberhöhenentwicklung bestimmt und berücksichtigten das Ertragsniveau der Untersuchungsbestände. In Frankenberg überlagerte die intraspezifische Konkurrenz in den unbehandelten Zwischenfeldern den Einfluss unterschiedlicher Standräume auf die Zustands- und Zuwachsgrößen, während in Hagenbach die Wuchsräume entsprechend dem standörtlich abhängigen, über die Oberhöhe eingeschätzten Stammzahlhaltevermögen im Zuge starker Durchforstungen sukzessive erweitert wurden und so über den Betrachtungszeitraum der direkte Einfluss des Standraums auf die Ausprägung der ertragskundlichen Kennwerte abschätzbar ist. Die Bestandesoberhöhe (hdom = Höhe des Grundflächenmittelstammes der 100 durchmesserstärksten Bäume je Hektar) hängt in den vorliegenden Versuchen ausschließlich von der Standortleistungsfähigkeit ab. Die Ausprägung des Oberdurchmessers (ddom) unterliegt dagegen dem Einfluss der Bestandesdichte in Form eines negativen Zusammenhangs zwischen Pflanzenzahl bei Kulturbegründung und Bestandeswert ddom. Bei gleicher Ausgangspflanzendichte wirkt sich der positive Effekt standraumfördernder Eingriffe auf die Entwicklung des Oberdurchmessers in Rechteckverbänden deutlicher aus als in näherungsweisen Quadratverbänden. Laufender jährlicher Zuwachs (iV) und Gesamtalterszuwachs (GWLV) eines Bestandes stehen in einem engen Zusammenhang mit der Anzahl produktiver Bäume je Flächeneinheit, daher ist in der vorliegenden Serie eine Zunahme bezüglich iV und GWLV von weiten zu engen Verbänden zu beobachten. Das Abweichen vom vorgegebenen Behandlungsmodell führte in Frankenberg zu einer höheren Stammzahlhaltung vor allem in den stammzahlreich begründeten Parzellen und zu einer gegenüber Hagenbach deutlich höheren Zuwachsleistung. Die Befunde in Hagenbach und Frankenberg zeigen, dass bei vorgegebener Baumzahl annähernd quadratische Verbände eine höhere Flächenproduktivität besitzen als Rechteckverbände. In geschlossenen Beständen dient der Schlankheitsgrad (h/d-Wert) in der Jugend als Weiser der Stabilität. Die vorliegende Datengrundlage legt eine positive Korrelation zwischen Ausgangspflanzenzahl und h/d-Wert der betrachteten Mittelstämme offen. Analog zur Entwicklung des Durchmessers tragen größere Reihenabstände zur günstigeren Ausprägung des h/d-Wertes bei als annähernde Quadratverbände. Die maximalen Aststärken der Z-Bäume zeigen die erwarteten Abstufungen von engen zu weiten Standräumen. Innerhalb gleicher Baumzahlgruppen nehmen die maximalen Astdurchmesser vom näherungsweisen Quadratverband in Richtung Rechteckverband zu.


Growth of Douglas-fir with regard to initial plant numbers and planting pattern

Abstract: The Douglas-fir spacing experiments Hagenbach (Rhineland-Palatinate) and Frankenberg (Hesse) are undergoing comparative assessment until reaching the age of 35 years. The investigation aims to provide answers to the following questions: (1) Which are the effects of initial planting density, planting pattern and successive space enlargement with a view to yield level, on the productivity of Douglas-fir? (2) Which effects have site establishment and thinning on crop stability? (3) What effects have site establishment and thinning on the quality feature branchiness? 9 planting patterns are under investigation, which are stocked with 1,000, 2,000 and 4,000 trees per hectare. While in Frankenberg all plots were subjected to free selective thinning, in deviation from the indicated trial concept, experiment control at Hagenbach was linked quantitatively to a tree number template. Timing and scale of thinning were determined by stand top height (H100) and took yield level of trial plots into consideration. In Frankenberg intraspecific competition in the untreated areas had an influence on the effects the different stands had on tree condition and growth increment, while in Hagenbach the growth areas were successively enlarged by heavy thinning in accordance with the stands’ locally dependent trunk holding capacity estimated by stand top height observation, thus making it possible to assess the direct influence space has on timber yield. Stand top height (H100) is entirely dependent on a site’s achievement potential. The development of top height diameter (DBH100) is dependent on the influence of stand density in the form of a negative relationship between stock quantity at site establishment and DBH100. With equal initial stocking, positive stand improving measures have higher beneficial effects on DBH100 development when planting patterns are rectangular rather than when they form approximate squares. Continual annual increment and total volume production in cubic metres of stem wood of an entire stand are closely linked to the number of productive trees per given area, which is why, in this series, an increase of continuous annual increment as well as total volume production from wide to narrow planting patterns. In Frankenberg the deviation from the indicated trial concept led to a higher number of trees, particularly in the densely stocked plots and, compared to Hagenbach, a marked yield increase. The results obtained in Hagenbach and Frankenberg show that approximate square planting patterns have a higher area productivity than rectangular patterns if originally stocked with the same number of trees. In juvenile and closed stands the slenderness ratio of the trees (H/DBH-quotient) serves as an indicator of stability. The available database reveals a positive correlation between initial number of plants and the H/DBH-quotient. In analogy to diameter development, wide spaced rows show a better H/DBH-quotient as do approximative square patterns. Maximum branch diameter of future crop trees sport the expected scaling from narrow to wide plantings. Within groups of trees of equal numbers, the maximum branch diameter shows an increase when one passes from planting patterns forming an approximate square to rectangular plantings.

© DLV München

 

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