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29. Bundestagung der Forstfrauen

29. Bundestagung der Forstfrauen

Mehr als 30 Frauen kamen zur 29. Bundestagung des Vereins „Frauen im Forstbereich e.V.“ vom 14. bis zum 18. Oktober nach Würzburg. Vertreten waren Forstfrauen aus fast allen Bundesländern, den Bundesforsten und dem privaten Dienstleistungssektor. Selbst aus Schweden und der Slowakei waren Forstfrauen angereist.Elfi Raunecker, Abteilungsleiterin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Würzburg leitete am ersten Tag eine Exkursion in den Stadtwald Würzburg und in den Gemeindewald Kürnach. Themen im Stadtwald waren die Naherholung und Forstwirtschaft im FFH-Gebiet. Im Gemeindewald Kürnach wurde der Waldumbau auf niederschlagsarmen Standorten mit klimatoleranten Baumarten wie Baumhasel, Esskastanie, Schneeballahorn und Speierling vorgestellt.Der zweite Tag führte in den BaySf-Fortbetrieb Ebrach in den Steigerwald. Revierleiterin Ellen Koller erläuterte an beeindruckenden Waldbildern in Buchenbeständen das Spannungsfeld Waldnaturschutz und Forstwirtschaft. Im Wirtschaftswald wurde anschaulich die Umsetzung des integrativen Naturschutzkonzeptes der Bayerischen Staatsforsten dargestellt und diskutiert. Bei der anschließenden Besichtigung des – an sich professionell gestalteten – Steigerwaldzentrums fiel negativ auf, dass in der gesamten Ausstellung nur wenige Bilder zu finden waren, die Frauen bei der Berufsausübung in der Wald- und Forstwirtschaft zeigten. Zudem war die Beschriftung durchweg in der männlichen Form gehalten.Gendermainstreaming im ForstbereichDie fehlende gendergerechte Bild- und Sprachgebung wurde daraufhin, auch auf der Mitgliederversammlung, als generelles Thema diskutiert: Besonders das Negativbeispiel der aktuellen Kampagne „Waldkulturerbe“, mit dem typischen Forstmann mit Rauschebart und Dackel als Symbolfigur, stieß hier auf Kritik. Vor dem Hintergrund, dass alle Maßnahmen, die durch öffentliche Fördergelder finanziert werden – per Gesetz – dem Gendermainstreaming verpflichtet sind – wird der Verein in solch prominenten Fällen zukünftig gegebenenfalls den Rechtsweg einschlagen, da Versuche bei diesem Thema etwas über Aufklärung und Dialog zu erreichen in der Vergangenheit durchweg scheiterten. Dr. Ruth Dirsch und Elfi Raunecker erläuterten in ihrer jeweiligen Funktion als Gleichstellungsbeauftragte der Bayrischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung die aktuelle Situation der Frauen in den jeweiligen Organisationen. Auch dies ein Thema, welches die Existenz eines Forstfrauenvereins im Jahr 2015 rechtfertigt: Die Erhöhung des prozentualen Frauenanteils in den forstlichen Laufbahnen in Bayern beruht lediglich auf den Altersabgängen und Stelleneinsparungen. Das Thema der aktiven Frauenförderung in der Forst-und Holzwirtschaft ist demnach aktueller denn je.Neben den Exkursionen standen Vorträge über ein Forst Beratungsunternehmen, die Bundesforsten sowie über die slowakischen Forstfrauen und die schwedischen Waldbesitzerinnen auf dem Programm. Besonders interessant war hierbei die Vorstellung des schwedischen Waldbesitzerinnenverbandes (www.spillkrakan.se). Auf der Mitgliederversammlung mit anschließendem Workshop wurden die Themen der Vereinsarbeit 2016 erarbeitet.

Weitere Informationen unter www.forstfrauen.de
Frauen im Forstbereich e.V.

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