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Durch das Aushängen der Nisthilfen sollen Wiedehopfe, die sich im Frühjahr auf dem Durchzug befinden, wieder angesiedelt werden.

Nistkästen für Wiedehopf und Wendehals

Wiedehopf und Wendehals sind zwei Arten, die in Bayern vom Aussterben bedroht sind und somit auf der Roten Liste (Kat. I) geführt werden. Nun sollen künstliche Nisthilfen im Bereich des Bundesforstbetriebs Hohenfel das Brutplatzangebot beider Vogelarten erhöhen.

Laut des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) gibt es aktuell in Bayern nur noch einzelne Brutpaare des Wiedehopfes, die seltene Spechtart Wendehals ist mit 1.500 Brutpaaren vertreten. Um die beide Vogelarten wieder anzusiedeln, arbeiten der Landesbund für Vogelschutz (LBV), das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), vertreten durch den Bundesforstbetrieb Hohenfels, zusammen.

LfU finanziert 230 Nistkästen

Finanziell vom LfU unterstützt konnten ehrenamtliche Vogelschützer des LBV bereits 230 Nistkästen anfertigen. Durch das Aushängen der Nisthilfen sollen Wiedehopfe, die sich im Frühjahr auf dem Durchzug befinden, wieder angesiedelt werden. „Wir nutzen die Nisthilfen für den Wiedehopf und erzeugen gleichzeitig Synergieeffekte für eine zweite bedrohte Art, den Wendehals“, so der Abteilungsleiter Christian Tausch vom LfU.

Bundesforsten übernimmt Betreuung der Nistkästen

Auf den von der BImA verwalteten militärischen Übungsplätzen werden weder Dünge- noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Auf den offenen, trockenen und teilweise vegetationslosen Flächen findet der Wiedehopf noch genügend Nahrung und Lebensraum. Auf dem Gelände des Bundesforstbetriebs Hohenfels, einem der 17 Forstbetriebe des Geschäftsbereichs Bundesforst der BImA, wurden 40 Nistkästen aufgehängt. „Wir freuen uns, dass wir mit den Nistkästen einen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Vogelarten leisten können“, sagt Jörg Tuchbreiter, Betriebsbereichsleiter beim Bundesforstbetrieb Hohenfels.

Die Spannung unter den Beteiligten steigt, wenn die beiden Arten im April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückkehren und dann hoffentlich die neuen Brutquartiere annehmen. Die Bundesförsterinnen und Bundesförster übernehmen anschließend mit fachlicher Unterstützung des LBV die Betreuung der Nistkästen und werden sie regelmäßig überprüfen. Angefertigt wurden die vom Bundesforstbetrieb Hohenfels aufgehängten Nistkästen durch die Stiftung Sankt Johannes, einer kirchlichen Stiftung des öffentlichen Rechts, die in ihren Werkstätten rund 350 Menschen mit einer Behinderung beschäftigt.

 

 

BImA
Der Wendehals ist eine Spechtart, deren Verbreitungsschwerpunkt in Nord-West-Bayern liegt.

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